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<title>Ekel</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Ekel</span></h1>
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<p><b>Ekel</b> und <b>Abscheu</b> sind Bezeichnungen für die <a href="Emotion" title="Emotion">Empfindung</a> einer starken <a href="Abneigung" class="mw-redirect" title="Abneigung">Abneigung</a> in Verbindung mit Widerwillen. Im Gegensatz zu anderen, weniger starken Formen der Ablehnung äußert sich Ekel mitunter auch durch starke körperliche Reaktionen wie <a href="%C3%9Cbelkeit" title="Übelkeit">Übelkeit</a> und <a href="Brechreiz" class="mw-redirect" title="Brechreiz">Brechreiz</a>, <a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schweißausbrüche</a>, sinkenden <a href="Blutdruck" title="Blutdruck">Blutdruck</a> bis hin zur <a href="Synkope_(Medizin)" title="Synkope (Medizin)">Ohnmacht</a>. Wissenschaftlich gilt Ekel nicht nur als <a href="Affekt" title="Affekt">Affekt</a>, sondern auch als <a href="Instinkt" title="Instinkt">Instinkt</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die instinktive Reaktion ist in Bezug auf bestimmte <a href="Gestank" title="Gestank">Gerüche</a>, <a href="Geschmacksinn" class="mw-redirect" title="Geschmacksinn">Geschmäcke</a> und Anblicke angeboren. Zusätzliche Ekelgefühle werden aber auch während der <a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisation</a> erworben. Ekel dient der <a href="Pr%C3%A4vention" title="Prävention">Prävention</a> von Krankheiten.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Nahrungstabu" title="Nahrungstabu">Nahrungstabus</a> werden auch deshalb eingehalten, weil tabuisierte potenzielle Nahrungsmittel anerzogene Ekelgefühle auslösen.
</p><p>Nach der Auffassung von Lothar Penning, der sich 1984 mit sozialwissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Aspekten des Ekels beschäftigt hatte, wurde Ekel als ein sozialer Mechanismus definiert, „der kulturell bedingt und pädagogisch vermittelt, sich den primitiven Brech- und Würgereflex zunutze macht, um die vorrational erworbene, soziale Basisidentität zu schützen.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ekel spielt auch bei einigen <a href="Phobische_St%C3%B6rung" class="mw-redirect" title="Phobische Störung">Phobien</a> eine Rolle, das wesentliche Merkmal einer Phobie ist jedoch <a href="Angst" title="Angst">Angst</a>, nicht Ekel. Extreme Ekelempfindlichkeit wird in der Psychologie als <a href="Idiosynkrasie" title="Idiosynkrasie">Idiosynkrasie</a> bezeichnet. Bei der Krankheit <a href="Chorea_Huntington" title="Chorea Huntington">Chorea Huntington</a> empfinden Betroffene dagegen überhaupt keinen Ekel und können auch den entsprechenden Gesichtsausdruck bei anderen nicht mehr deuten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung_des_Ekelgefühls"><span id="Entstehung_des_Ekelgef.C3.BChls"></span>Entstehung des Ekelgefühls</h2></div>
<p>Ekel (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">disgust</span>, <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic">dégoût</span>) entsteht vermutlich im Gehirn im sogenannten <a href="Corpus_amygdaloideum" class="mw-redirect" title="Corpus amygdaloideum">Mandelkern</a>, der zum <a href="Limbisches_System" title="Limbisches System">limbischen System</a> gehört, wo auch andere Emotionen verarbeitet werden. Die Aktivierung dieses Areals bei Ekelreaktionen konnte in Studien nachgewiesen werden. Die Fähigkeit, Ekel zu empfinden, ist zwar angeboren, Ekelgefühle werden jedoch erst im Laufe der ersten Lebensjahre durch <a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisation</a> erworben. Kleinkinder empfinden nachgewiesenermaßen noch keinen Ekel gegenüber Substanzen, Objekten oder Gerüchen; sie stecken auch Kot, Käfer oder Regenwürmer in den Mund. Mitunter wird auf die Tatsache verwiesen, dass schon Neugeborene mit dem Verziehen des Gesichts auf bitteren Geschmack von Flüssigkeit reagieren, doch wird das von der Mehrheit der Wissenschaftler nicht als Ekelreaktion interpretiert, sondern als angeborene <a href="Geschmacksaversion" title="Geschmacksaversion">Geschmacksaversion</a>, wie auch die Präferenz für süß angeboren ist. Auf Gerüche, die Erwachsene als ekelerregend bezeichnen – wie den von Kot oder Schweiß – reagieren Kleinkinder bis etwa drei Jahren nicht.<sup id="cite_ref-reuschenbach_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-reuschenbach-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Ein Forschungsansatz geht davon aus, dass die menschliche Ekelfähigkeit in den Genen angelegt ist, die Objekte des Ekels jedoch von der jeweiligen Kultur festgelegt werden und variabel sind. Da die Ekelreaktion kein angeborener Instinkt sei, werde sie im Laufe der Sozialisation nach dem Vorbild von anderen, vor allem den Eltern, erlernt und sei kulturell beeinflusst. Das Prinzip lautet: „Ekele dich vor den Dingen, die in der Gesellschaft, in der du lebst, als ekelhaft gelten!“<sup id="cite_ref-Verdorbenes_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Verdorbenes-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Evolutionsbiologisch betrachtet erscheint das vor allem in Hinblick auf die Ernährung sinnvoll, da das Nahrungsangebot nicht in jedem Lebensraum identisch ist und sich im Laufe der Evolution auch ständig verändert hat. Das größte Ekelpotenzial haben weltweit offenkundig tierische Produkte, im Gegensatz zu Pflanzen und unbelebten Objekten.<sup id="cite_ref-simpson_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-simpson-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Weltweit gibt es einen typischen Gesichtsausdruck für das Ausdrücken von Ekel: Die Nase wird gerümpft und die Oberlippe hochgezogen, während die Mundwinkel nach unten gehen, bei starkem Ekel wird zusätzlich leicht die Zunge herausgestreckt.<sup id="cite_ref-reuschenbach_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-reuschenbach-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Physiologisch kommt es häufig zu einem <a href="W%C3%BCrgereflex" class="mw-redirect" title="Würgereflex">Würgereflex</a>, Speichelfluss und Übelkeit mit Brechreiz, im Extremfall zu starkem Blutdruckabfall und zur Ohnmacht. Die Ekelempfindlichkeit ist individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. Es ist möglich, Ekel zu verdrängen oder zu überwinden, was zum Beispiel in medizinischen Berufen oder bei Bestattern eine wichtige Rolle spielt, doch auch hier gibt es große individuelle Unterschiede.
</p><p>Zu welchem Zweck sich die Fähigkeit zum Ekel im Laufe der Evolution herausgebildet hat, steht nicht eindeutig fest. Einige Wissenschaftler wie <a href="Paul_Rozin" title="Paul Rozin">Paul Rozin</a> halten eine starke Abwehrreaktion auf ungenießbare Substanzen für den Ursprung der Emotion. Auch die Psychologin Anne Schienle vermutet, dass der Ekel im Zusammenhang mit dem Würgereflex entstanden ist, der dazu dient, die Aufnahme ungenießbarer oder gesundheitsschädlicher Nahrung zu verhindern (siehe auch <a href="Evolution%C3%A4re_Emotionsforschung" title="Evolutionäre Emotionsforschung">Evolutionäre Emotionsforschung</a>). Nach dieser Theorie sind Ekelgefühle erst später als Schutzmechanismus auch auf Substanzen wie Körperprodukte und Gerüche ausgeweitet worden.
</p><p>Weltweit am häufigsten als ekelerregend bezeichnet werden Leichen, offene Wunden, Körperprodukte wie Kot, Urin oder Eiter, der Geruch verdorbener Lebensmittel und bestimmte Tiere wie Würmer oder Läuse, auch Entwicklungsformen wie Maden. Die Ausprägung der Ekelgefühle gegenüber diesen Objekten differiert jedoch in verschiedenen Kulturen und war nach Ansicht von Kulturwissenschaftlern in Europa in früheren Zeiten deutlich geringer ausgeprägt als heute.
</p><p>Wissenschaftliche Experimente belegen, dass <a href="Assoziation_(Psychologie)" title="Assoziation (Psychologie)">Assoziationen</a> eine wesentliche Rolle beim Entstehen von Ekelgefühlen spielen. Viele Studienteilnehmer weigerten sich, eine Suppe zu essen, die zuvor mit einem fabrikneuen Kamm umgerührt wurde. Auch Orangensaft, der in einer neuen sterilen Urinflasche angeboten wurde, löste Ekel aus. Dasselbe gilt für Schokoladenpudding, der in der Form von Hundekot auf dem Teller angerichtet worden war – viele wollten ihn nicht essen, obwohl ihnen klar war, dass es sich um Pudding handelte.<sup id="cite_ref-Verdorbenes_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-Verdorbenes-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ekelgefühle wurden nachweislich nicht durch die Qualität der Speisen, sondern nur durch die negativen Assoziationen zu Gegenständen bzw. Objekten ausgelöst.
</p><p>Echte Ekelreaktionen sind nach Auffassung der meisten Forscher bei Tieren nicht zu beobachten, obwohl sie auf unangenehme Geschmacksreize deutlich erkennbar reagieren und die meisten Tierarten Unbekömmliches durch einen Würgereflex ebenso wie Menschen erbrechen können. So wie bei vielen Menschen führt Übelkeit nach dem Genuss eines Lebensmittels zur Entwicklung einer dauerhaften Abscheu gegenüber dieser Speise. Ein ähnlicher Effekt wurde in einem Experiment bei Wölfen und Kojoten beobachtet, an die man präpariertes Schaffleisch verfüttert hatte, das heftige Übelkeit erregte. Sobald diese Tiere danach Schafe sahen, flohen sie oder zeigten typisches Unterwerfungsverhalten.<sup id="cite_ref-degen_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-degen-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieses ausgeprägte Meidungsverhalten interpretieren einige Forscher als Ekel, während andere es als <a href="Konditionierung" title="Konditionierung">Konditionierung</a> aufgrund der experimentell verursachten Geschmacksaversion auffassen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Theorien">Theorien</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Charles_Darwin">Charles Darwin</h3></div>
<p>Die ersten wissenschaftlichen Aussagen zum Ekel stammen von <a href="Charles_Darwin" title="Charles Darwin">Charles Darwin</a> als Teil seines Werks <i><a href="Der_Ausdruck_der_Gem%C3%BCtsbewegungen_bei_dem_Menschen_und_den_Tieren" title="Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren">The Expression of the Emotions in Man and Animals</a></i> (1872). Seine Definition lautete: „[…] something revolting, primarily in relation to the sense of taste, as actually perceived or vividly imagined; and secondarily to anything which causes a similar feeling, through the sense of smell, touch and even of eyesight“ („etwas Widerliches, vor allem in Zusammenhang mit dem Geschmackssinn, tatsächlich wahrgenommen oder in der Vorstellung; außerdem gegenüber allem, das ein ähnliches Gefühl hervorruft über Geruch, Berührung oder den Anblick“). Als Erster beschrieb Darwin die universell übliche <a href="Mimik" title="Mimik">Mimik</a>, die für Ekel charakteristisch ist. Er ging davon aus, dass die Ekelreaktion ein angeborener Instinkt ist und schon bei Säuglingen vorhanden, da diese auf unangenehme Geschmacksreize bereits mit dieser Mimik reagieren. Darwin sah den Ekel als evolutionäre Weiterentwicklung des Brechreizes an; der typische Gesichtsausdruck sei ein Überbleibsel davon und diene der Kommunikation mit anderen, um sie vor Ungenießbarem zu warnen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sigmund_Freud">Sigmund Freud</h3></div>
<p><a href="Sigmund_Freud" title="Sigmund Freud">Sigmund Freud</a> deutet den Ekel als Abwehrmechanismus, als tendenziell <a href="Neurose" title="Neurose">neurotisches</a> <a href="Symptom" title="Symptom">Symptom</a> der <a href="Verdr%C3%A4ngung_(Psychoanalyse)" title="Verdrängung (Psychoanalyse)">Verdrängung</a> <a href="Urgeschichte" title="Urgeschichte">archaischer</a> <a href="Triebtheorie" title="Triebtheorie">Triebregungen</a> und als Folge der Erziehung, vor allem der frühkindlichen „Sauberkeitserziehung“. Dabei sieht er zugleich eine <a href="Ambivalenz" title="Ambivalenz">Ambivalenz</a> von Ekel und <a href="Lust" title="Lust">Lust</a>, da das ekelerregende Objekt unverdrängt ein Lustgefühl verschaffen würde. Diese Emotion steht laut Freud demnach im Dienst von <i>Ich</i> und <i>Über-Ich</i>. Diese ursprüngliche Lust, zum Beispiel das positive Verhältnis zum eigenen Kot, werde bei Erwachsenen nur im Falle von <a href="Perversion" title="Perversion">Perversionen</a> ausgelebt, wo Lustgefühle erneut den Ekel verdrängen.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als wesentlichen Auslöser für Ekelgefühle betrachtet Freud den Geruchssinn; seine Aussagen hierüber beschränken sich auf den Themenkreis der <a href="Sexualit%C3%A4t" title="Sexualität">Sexualität</a> und auf Körperausscheidungen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aurel_Kolnai">Aurel Kolnai</h3></div>
<p>1929 schrieb <a href="Aurel_Kolnai" title="Aurel Kolnai">Aurel Kolnai</a> einen ausführlichen Aufsatz mit dem Titel <i>Der Ekel</i>, der im <i>Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung</i> erschien. Für ihn handelt es sich dabei um eine Abwehrreaktion, die sich vor allem gegen Organisches richtet, aber auch eine moralische Dimension hat. Kolnai bezeichnet Ekel als ambivalente Gefühlsregung, da die auslösenden Objekte nicht nur abstoßend wirkten, sondern zugleich die Aufmerksamkeit fesselten. „Ekel“, so Kolnai, „ist mehr als gesteigertes Mißfallen, aber weniger und anders als Haß; Ekel […] ist körpernäher als alle anderen Formen der Abwehr und Abkehr; Ekel ist deshalb auch etwas anderes als moralische Verachtung und geradezu ein Gegenbegriff zu Angst. […] Im Ekel ist keine Bedrohung spürbar, nur eine unerträgliche Belästigung […].“<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Speiseekel spielt bei Kolnai eine untergeordnete Rolle. Er spricht Geruchs-, Gesichts- und Tastsinn eine wesentlich größere Bedeutung zu als dem Geschmack. Kolnai verwendet den Begriff „Überdrußekel“ für die Reaktion auf übermäßiges Essen und Trinken, aber auch für <a href="M%C3%BC%C3%9Figgang" title="Müßiggang">Müßiggang</a>. Als Urobjekt des Ekels sieht Kolnai alle Formen von Fäulnis und <a href="Verwesung" title="Verwesung">Verwesung</a> an, und daher seien auch Exkremente ekelhaft. Ekelreaktionen auf <a href="Insekt" class="mw-redirect" title="Insekt">Insekten</a> erklärt er mit dem optischen Eindruck des Gewimmels und negativen Assoziationen wie <a href="Heimt%C3%BCcke" title="Heimtücke">Heimtücke</a> und Boshaftigkeit. Außerdem sei auch wild wuchernde Vegetation ekelauslösend. Kolnai führt auch eine Reihe von als unmoralisch empfundenen Verhaltensweisen auf, die er mit Ekel in Verbindung bringt.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kolnais Ausführungen sind nicht wertneutral und nicht wissenschaftlich objektiv. Penning weist darauf hin, dass er aus der Perspektive eines konservativen Katholiken um 1930 schreibt.
</p><p><a href="Salvador_Dal%C3%AD" title="Salvador Dalí">Salvador Dalí</a> war beeindruckt von Kolnais <i>Der Ekel</i>. In einem 1932 veröffentlichten Essay für die Zeitschrift <i>This Quarter</i> empfahl der Maler den Text nachdrücklich den anderen Surrealisten und hob sein analytisches Verfahren als nachahmenswert hervor.<sup id="cite_ref-dorsch_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-dorsch-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Spuren der Bilder, Beispiele und Beobachtungen“ Kolnais fänden sich „in vielen Gemälden Dalís wieder, auch in dem Film <i>Un chien andalou</i>.“<sup id="cite_ref-dorsch_14-1" class="reference"><a href="#cite_note-dorsch-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In ihrer Rezension zu Kolnais seit 2007 in dem Band <i>Ekel, Haß, Hochmut. Zur Phänomenologie feindlicher Gefühle</i> wieder auf Deutsch zugänglichem Essay weist Susanne Mack darauf hin, dass „Der Ekel seiner Auffassung nach durch eine grundsätzliche Aversion, sprich: Angst verursacht (wird), der Angst des Menschen vor dem Sterben, vor Fäulnis- und Verwesungsprozessen, im Grunde vor dem zukünftigen Verwesen des eigenen Körpers.“<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Julia_Kristeva">Julia Kristeva</h3></div>
<p>Die französische Psychologin und Literaturwissenschaftlerin <a href="Julia_Kristeva" title="Julia Kristeva">Julia Kristeva</a> prägte 1980 in ihrem Buch <i>Pouvoirs de l'horreur. Essai sur l'abjection</i> den Begriff „Abjektion“ (Verwerfung) bzw. „abjekt“ im Zusammenhang mit dem Phänomen Ekel, wobei sie damit jedoch nicht die auslösenden Objekte bezeichnet, sondern die Beziehung einer Person zu ihnen und ihre Bewältigungsstrategie. So sind bei ihr nicht Spinnen „abjekt“, sondern die Angst vor ihnen. Laut Kristeva konfrontiert das Abjekte und damit auch der Ekel das Ich mit seinen Grenzen und seinen Ängsten und erfüllt damit eine wichtige Funktion, indem es die Unterscheidung zwischen „dem Selbst“ und „dem Anderen“ erst ermöglicht. Sie betrachtet die Abjektion als Teil der Ablösung von der Mutter, wobei sie klebrige, schleimige und diffuse Substanzen mit dem Mütterlichen assoziiert.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ausgrenzung und Tabus sind nach Kristeva Phänomene der Abjektion, die dazu dienen sollen, bestimmte Grenzen, Regeln oder Systeme zu sichern. Wo es nicht möglich sei, etwas völlig auszugrenzen, gebe es in allen Kulturen bestimmte Reinigungsrituale mit dem Ziel einer <a href="Katharsis_(Literatur)" title="Katharsis (Literatur)">Katharsis</a>. Diese kathartische Funktion übernehme auch die Kunst.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Paul_Rozin">Paul Rozin</h3></div>
<p>Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich der amerikanische Psychologe Paul Rozin mit dem Phänomen des Ekels; seine Erklärungen basieren auf Theorien der <a href="Evolutionsbiologie" title="Evolutionsbiologie">Evolutionsbiologie</a> und der Emotionspsychologie. Rozin geht davon aus, dass der nahrungsbezogene Ekel der evolutionäre Ursprung dieser Emotion ist und bezeichnet diesen daher als „core disgust“ (Basisekel). Er habe sich dann weiter entwickelt über Ekelgefühle gegenüber Tieren bis zum „interpersonellen Ekel“ und „moralischen Ekel“. Die Tatsache, dass Übelkeit und Brechreiz wesentliche Begleiterscheinungen des Ekels sind, spricht laut Rozin dafür, dass es sich ursprünglich um eine rein orale Abwehrreaktion handelte, um den Körper vor ungeeigneter Nahrung zu schützen.<sup id="cite_ref-rozin_18-0" class="reference"><a href="#cite_note-rozin-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach Studien von Rozin gibt es bezüglich der Ekelempfindlichkeit zwischen Eltern und Kindern einer Familie eine relativ hohe Korrelation. Wie Freud geht er davon aus, dass die frühkindliche Sauberkeitserziehung („toilet training“) eine der ersten Lernerfahrungen für die Ausbildung von Ekel ist.
</p><p>Laut Rozin dient Ekel in der modernen Gesellschaft vor allem dazu, unsere genetische Verwandtschaft mit Tieren zu verdrängen; „animalisches Verhalten“ bei Menschen werde generell als ekelhaft bewertet, wobei die Definition dafür im Laufe der Zivilisation entwickelt worden sei. Diese Bewertung sei auf Verhalten ausgeweitet worden, das als unmoralisch eingestuft werde. Ekel erfülle daher auch eine soziale Funktion und diene der Abgrenzung zu anderen sozialen Gruppen und Kulturen. „[…] disgust is in many respects the emotion of civilization“<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (dt.: Ekel ist in vielerlei Hinsicht die Emotion der Zivilisation). Die zentrale These Rozins lautet: „A mechanism for avoiding harm to the body became a mechanism for avoiding harm to the soul. The elicitors of disgust may have expanded to the point that they have in common only the fact that decent people want nothing to do with them. At this level, disgust becomes a moral emotion and a powerful form of negative socialization.“<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (dt.: Ein Mechanismus zur Vermeidung von Schäden für den Körper wurde zu einem Mechanismus zur Vermeidung von Schäden für die Seele. Die Ekelauslöser könnten sich so vervielfältigt haben bis zu dem Punkt, dass ihre einzige Gemeinsamkeit darin besteht, dass anständige Leute damit nichts zu tun haben wollen. Auf dieser Ebene wird Ekel zu einer moralischen Emotion und einer machtvollen Form von negativer Sozialisation.)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Paul_Ekman">Paul Ekman</h3></div>
<p><a href="Paul_Ekman" title="Paul Ekman">Paul Ekman</a> versteht den Ausdruck von Emotionen im Anschluss an Darwin als Teil von Affektprogrammen, bei denen es sich um basale allgemeinmenschliche und kulturübergreifende, unbewusste komplexe Reaktionsmechanismen handle, die mit typischen Mustern von Gesichtsausdrücken einhergingen. Er unterscheidet sieben grundlegende Typen: Freude, Trauer, Verachtung, Angst, Wut, Überraschung und eben Ekel.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ähnliche Grundtypen werden nach wie vor von vielen Emotionsphilosophen und -psychologen zugrunde gelegt.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings wird insbesondere gerade Ekel von vielen, weil es sich besonders deutlich nicht um eine kognitive Einstellung, sondern eine primitive Körperreaktion zu handeln scheint, von den eigentlichen Emotionen ausgenommen und als Gefühl behandelt.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Richard_Lazarus">Richard Lazarus</h3></div>
<p><a href="Richard_Lazarus" title="Richard Lazarus">Richard Lazarus</a> versteht Emotionen nicht wie <a href="William_James" title="William James">William James</a> und <a href="Carl_Lange_(Psychologe)" title="Carl Lange (Psychologe)">Carl Lange</a> (s. <a href="James-Lange-Theorie" title="James-Lange-Theorie">James-Lange-Theorie</a>) als Körperveränderungen, da sie auch <a href="Kognition" title="Kognition">kognitive</a> Einstellungen gegenüber Objekten und Ereignissen beinhalteten; es gehe also um eine Beurteilung der Beziehung zur Umwelt. Dabei unterscheidet er sechs Dimensionen: Bezug auf eigene Ziele, Übereinstimmung oder Verstoß gegen diese, Einbezug spezifischer ichbezogener Einstellungen, Verantwortlichkeitszuschreibung, Einschätzung der eigenen Reaktionskompetenz und darauf bezogene Zukunftserwartung bezüglich erreichbarer Übereinstimmung mit eigenen Zielsetzungen. In diesem Rahmen erklärt er Ekel als bezogen auf einen unverdaulichen Gegenstand oder, in metaphorischem Sinne, eine ebensolche Idee bzw. Vorstellung, die aufgenommen oder als zu nah beurteilt wird.
</p><p>Die gegenwärtige emotionsphilosophische Debatte kreist nach wie vor um die Frage, wie körperliche gegenüber kognitiven Aspekten zu gewichten sind – wobei oft zwischen Gefühlen und Emotionen unterschieden wird, nur bestimmte Emotionstypen als Anwendungsklasse herausgestellt werden und zum Beispiel ebenso kompatibilistische Ansätze, die beide Aspekte zu vereinbaren versprechen, ausgearbeitet und verteidigt wie von anderen angegriffen werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Martha_C._Nussbaum">Martha C. Nussbaum</h3></div>
<p><a href="Martha_Nussbaum" title="Martha Nussbaum">Martha Nussbaum</a> beobachtet, dass besonders seit den 1990er Jahren verstärkt im Zusammenhang mit Rechtsfragen auf Ekelgefühle rekurriert werde, ähnlich wie die frühen amerikanischen <a href="Gesetze_zur_Homosexualit%C3%A4t" title="Gesetze zur Homosexualität">Gesetze zur Homosexualität</a> sich auf Ekel gegenüber „unnatürlicher Sündhaftigkeit“ beriefen.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (Auch P. Rozin definiert Ekel als gerichtet auf Handlungen „gegen die Natur“.)<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ekel aber sei im Rechtskontext, so die moralpsychologische These Martha Nussbaums, eine irrationale kognitive Reaktion: Individuen nehmen ihre körperliche Unvollkommenheit („Tierhaftigkeit“) wahr, indem sie diese als Furcht vor „Kontamination“ nach außen projizieren. Dies habe historisch zur Unterdrückung sozialer Gruppen (v. a. Frauen, Juden und Homosexuellen) geführt.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aktuelle_Forschung">Aktuelle Forschung</h3></div>
<p>Die wissenschaftliche Erforschung des Ekelphänomens ist nicht abgeschlossen. Im Gehirn ist Ekel im <a href="Limbisches_System" title="Limbisches System">limbischen System</a> lokalisiert. Hier werden bei Ekelgefühlen und bei Angst der so genannte Mandelkern (<a href="Amygdala" title="Amygdala">Amygdala</a>) und der <i><a href="Pr%C3%A4frontaler_Cortex" title="Präfrontaler Cortex">orbitofrontale Cortex</a></i> aktiviert. Das sind Ergebnisse von Untersuchungen mit Hilfe der <a href="Funktionelle_Magnetresonanztomographie" title="Funktionelle Magnetresonanztomographie">funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT)</a>. Die Amygdala entscheidet auf Grund früherer Erfahrungen, ob ein Reiz für den Organismus als schädlich einzustufen ist oder nicht. Die Reizbewertung kann durch neue Erfahrungen und neue Bewertung verändert werden.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Werden die entsprechenden Gehirnregionen bei einer Operation gezielt gereizt, treten Brechreiz und Würgereflexe auf wie bei realem Ekel. Die Aktivierung der entsprechenden Regionen allein durch das Beobachten angeekelter Personen wurde ebenfalls in wissenschaftlichen Experimenten nachgewiesen.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 2004 veröffentlichten Wissenschaftler der <i>London School of Hygiene and Tropical Medicine</i> unter der Leitung von Val Curtis Ergebnisse einer Untersuchung über die universell häufigsten Ekelauslöser und zogen daraus den Schluss, dass Ekel keine Lernerfahrung, sondern genetisch bedingt sei. Die Gemeinsamkeit der meisten als ekelhaft empfundenen Substanzen oder Objekte sei, dass sie mit Krankheit und <a href="Infektion" title="Infektion">Infektionen</a> in Zusammenhang stünden wie Kot, Eiter oder Leichen. Die biologische Funktion des Ekels bestehe also darin, vor Krankheiten und Tod zu schützen.
</p><p>Curtis stellt die These auf, dass es nicht möglich sei, gegenüber beliebigen Objekten Ekel zu entwickeln, beispielsweise Bonbons oder Orangen. Und im Widerspruch zu den Aussagen von Kulturwissenschaftlern geht sie davon aus, dass Ausdrücke des Ekels wie „igitt“ zu den frühesten Wörtern der Menschen gehört haben.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Befragung wurde ausschließlich anhand von Fotos durchgeführt, die auf einer Website zu sehen waren und nach Ekelhaftigkeit beurteilt werden sollten.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Übereinstimmung der Antworten mit Mimik und körperlichen Reaktionen war daher nicht feststellbar.
</p><p>Ebenfalls 2004 publizierte die Universität von <a href="Arkansas" title="Arkansas">Arkansas</a> Studienergebnisse, aus denen hervorgehen soll, dass es zwei wesentliche Ursachen für Ekel gibt: zum einen die Angst vor Schmutz und Krankheiten, zum anderen die Angst vor Tod und Verletzung. Die Ekelgefühle schützen demnach einmal körperlich vor verdorbenem Essen und Infektionsgefahren, zum anderen psychisch vor der Erinnerung an die menschliche Sterblichkeit.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neuere Untersuchungen zur <a href="Neurobiologie" class="mw-redirect" title="Neurobiologie">Neurobiologie</a> weisen darauf hin, dass auch Erfahrungen von Ungerechtigkeit und Unfairness Ekelreaktionen hervorrufen.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Durch Studien belegt ist ein Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von <a href="Herpes_labialis" class="mw-redirect" title="Herpes labialis">Herpes labialis</a> und vorhergehendem Ekel. Forscher der <a href="Universit%C3%A4t_Trier" title="Universität Trier">Universität Trier</a> konnten 2004 nachweisen, dass der Anblick potenziell ekelerregender Bilder bei ekelempfindlichen Menschen das zelluläre <a href="Immunsystem" title="Immunsystem">Immunsystem</a> schwächen und dadurch zum Ausbruch von Herpes simplex führen kann. Außerdem wird bei starkem Ekel das Stresshormon <a href="Cortisol" title="Cortisol">Cortisol</a> ausgeschüttet, das ebenfalls die zelluläre Immunabwehr schwächt.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die deutsche Psychologin Anne Schienle hat 2003 anhand eines Fragebogens die Ekelempfindlichkeit von 85 Studentinnen ermittelt und parallel dazu ihre Neigung zu <a href="Essst%C3%B6rung" title="Essstörung">Essstörungen</a>. Nach ihren Erkenntnissen zeigen Frauen mit Anzeichen für eine Essstörung eine deutlich höhere Ekelempfindlichkeit als andere, vor allem bei der Bewertung von Körperausscheidungen und verdorbener Nahrung. Diese erhöhte Ekelneigung sei auch schon vor Ausbruch einer Essstörung vorhanden.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein an der Universität Groningen durchgeführtes Experiment, das 2012 publiziert wurde, zeigte, dass sexuelle Erregung zu einer temporären Absenkung der Ekelempfindlichkeit führt.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Empirische Studien konnten einen Zusammenhang zwischen Ekel und Todesangst zeigen. Erinnert man Menschen an ihren Tod, reagieren diese empfindlicher auf Ekelauslöser und präferieren es, die menschliche Natur von der animalischen Natur abzugrenzen. Umgekehrt erhöht der Kontakt mit Ekelauslösern Gedanken an den Tod.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ekelsensiblere Menschen reagieren extremer auf <a href="Stimuli" class="mw-redirect" title="Stimuli">Stimuli</a>, die mit dem Tod assoziiert sind, und sind stärker darum bemüht, Gedanken an den Tod zu vermeiden.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ekel_und_Nahrungsauswahl">Ekel und Nahrungsauswahl</h2></div>
<p>Während Geschmackspräferenzen und -aversionen bereits bei Neugeborenen vorhanden sind, so dass sie Süßes bevorzugen und Bitteres ablehnen, werden Ekelreaktionen im Laufe der Kindheit erlernt, sind also ein Produkt der <a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisation</a> und Erziehung. Als Beleg dafür, dass Ekel erlernt wird, gilt eine Metastudie zu 50 Fällen von <a href="Wolfskind" title="Wolfskind">Wolfskindern</a>, die außerhalb einer menschlichen Gemeinschaft aufgewachsen waren. Zwar hatten alle Kinder Nahrungspräferenzen und -aversionen, aber keines zeigte Ekelreaktionen.<sup id="cite_ref-simpson_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-simpson-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Vom Ekel vor potenzieller Nahrung abzugrenzen ist eine Aversion, die immer auf einer konkreten Erfahrung mit der betreffenden Speise beruht und sich meistens auf Geschmack oder Geruch bezieht. Die Grenzen sind jedoch fließend, denn heftige Aversionen können Ekelreaktionen wie Übelkeit und Brechreiz auslösen. Tritt nach dem Genuss einer Mahlzeit wenige Zeit später Übelkeit auf, entwickelt der Betroffene in der Regel Ekel gegenüber dieser Speise, selbst wenn die Übelkeit andere Ursachen hat. Dieser Effekt kommt durch <a href="Klassische_Konditionierung" title="Klassische Konditionierung">klassische Konditionierung</a> zustande. Die Speise wird mit der negativen Erfahrung von Übelkeit assoziiert, womit die Speise zum konditionierten Hinweisreiz für Übelkeit wird. Diesen Mechanismus hat der Psychologe <a href="Martin_Seligman" title="Martin Seligman">Martin Seligman</a> als „<a href="Geschmacksaversion" title="Geschmacksaversion">Sauce-béarnaise-Syndrom</a>“ beschrieben. Er selbst musste sich kurze Zeit nach einem Abendessen, bei dem er ein Filet mit <a href="Sauce_b%C3%A9arnaise" title="Sauce béarnaise">Sauce béarnaise</a> gegessen hatte, übergeben. Obwohl er wusste, dass die Ursache eine <a href="Gastroenteritis" title="Gastroenteritis">Magen-Darm-Grippe</a> war, entwickelte er einen dauerhaften Ekel vor der Sauce, nicht aber vor dem Fleisch.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Der Geschmack einer Speise, die bereits ein halbes Leben lang ohne unangenehmes Nachspiel verzehrt wurde, ist offenbar ziemlich immun gegen die gelernte Aversion.“<sup id="cite_ref-degen_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-degen-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Evolutionsbiologisch ist dies sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass der Ekel dazu dient, Menschen von dem Verzehr toxischer Substanzen abzuhalten. Etwas, das sich in der Vergangenheit als ungefährlich erwiesen hat, muss nicht vermieden werden.<sup id="cite_ref-degen_7-2" class="reference"><a href="#cite_note-degen-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Paul_Rozin" title="Paul Rozin">Paul Rozin</a> hält „magisches Denken“, wie es in dem Satz „Du bist, was du isst“ zum Ausdruck komme, für eine wesentliche Ursache von Nahrungsablehnungen. Er führte 1987 eine Studie mit Collegestudenten durch, in der sie Personen Eigenschaften zuordnen sollten anhand der Angabe, wie sich diese ernährten. Das Ergebnis zeigte, dass die Mehrheit der Teilnehmer den Personen Eigenschaften der angeblich gegessenen Tiere zuordnete. In diesem Sinne argumentieren auch einige Vegetarier, die Fleischesser pauschal für aggressiver halten als Pflanzenesser.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Laut Rozin fördert die <i>Moralisierung</i> von Essgewohnheiten ebenfalls Ekelgefühle, wie die unterschiedliche Einstellung von moralischen und gesundheitsbewussten Vegetariern belege. Ähnliches lasse sich im Zusammenhang mit der moralischen Ablehnung des Rauchens und Ekelreaktionen auf Raucher, Zigarettenasche etc. feststellen.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine solche Wirkung kann erwünscht sein, worauf beispielsweise der Genuss von Lebensmitteln als <a href="Aphrodisiaka" class="mw-redirect" title="Aphrodisiaka">Aphrodisiaka</a> beruht, sie kann jedoch auch unerwünscht sein, wenn ein Nahrungsmittel als verunreinigt oder einfach „schlecht“ gilt.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Zusammenhang mit Nahrungsauswahl gelten laut Rozin das „Gesetz der Ansteckung“ und das „Gesetz der Ähnlichkeit“. „Ein ekelerregendes Objekt verunreinigt alles, was es berührt, egal wie kurz der Kontakt ist […] Hinter der Weigerung, ein Getränk zu sich zu nehmen, das mit einer Fliegenklatsche gerührt oder in das eine keimfreie <a href="Schabe" class="mw-redirect" title="Schabe">Schabe</a> getunkt wurde, liegt die Intuition, daß unsichtbare verunreinigende Teilchen […] hineingelangt sind. […] andere, wie ein Hundehaufen aus Schokolade, gelten aus bloßer Ähnlichkeit als unrein.“<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Kleinkinder lernen mit Hilfe von Vorbildern, was essbar ist und was nicht. Bis zum Alter von etwa zwei Jahren halten sie generell alles für essbar und ekeln sich vor nichts.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Folgezeit bevorzugen sie Speisen, die sie bereits kennen oder die bekannten Speisen ähnlich sind. Ekelreaktionen zeigen sie erst im Alter zwischen vier und acht Jahren. Vorher lehnen sie Essen nur aufgrund seines Geschmacks, negativer Erfahrungen (Übelkeit) oder bekannten Warnungen vor seiner Gefährlichkeit für die Gesundheit ab.<sup id="cite_ref-simpson_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-simpson-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>„Die Esskultur definiert für jedes Individuum ein Grobraster, innerhalb dessen Geschmacksvorlieben entwickelt werden können. Überschreitungen des Grobrasters werden im Erziehungsprozess sozial diskriminiert („Das isst man nicht!“). Nach der Sozialisation innerhalb einer Esskultur ist das Grobraster über Lernerfahrungen so internalisiert, dass selbst auf unbeabsichtigte Überschreitungen […] mit Ekel und Unwohlsein reagiert wird (jemand erfährt zum Beispiel, dass er gerade <a href="Hundefleisch" title="Hundefleisch">Hundefleisch</a> gegessen hat).“<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gerade beim Essen spielt <a href="Ethnozentrismus" title="Ethnozentrismus">Ethnozentrismus</a> eine wichtige Rolle: Die eigene <a href="Esskultur" title="Esskultur">Esskultur</a> gilt als „richtig“, davon abweichende Esskulturen als „falsch“.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ekelgefühle dienen auch dazu, uns davon abzuhalten, kulturelle Grenzen zu überschreiten und zu verletzen, wodurch auch der Status der Gruppenzugehörigkeit in Frage gestellt würde. <a href="Nahrungstabu" title="Nahrungstabu">Nahrungstabus</a> sind die stärkste Form kollektiv wirksamer Essregeln. Die meisten basieren jedoch nicht auf Ekelgefühlen, sondern der Ekel ist eine Folge der <a href="Tabu" title="Tabu">Tabuisierung</a>.
</p><p>In vielen nationalen oder regionalen Küchen werden Speisen als Spezialitäten geschätzt, die von Kulturfremden als ekelhaft eingestuft werden. Einige Beispiele sind schwedischer <a href="Surstr%C3%B6mming" title="Surströmming">Surströmming</a>, <a href="H%C3%A1karl" title="Hákarl">Hákarl</a> (verrotteter Hai), <a href="Tausendj%C3%A4hrige_Eier" title="Tausendjährige Eier">Tausendjährige Eier</a>, der Verzehr von Insekten (<a href="Entomophagie" title="Entomophagie">Entomophagie</a>), schottisches <a href="Haggis" title="Haggis">Haggis</a>, englischer <a href="Black_Pudding" class="mw-redirect" title="Black Pudding">Black Pudding</a> (Gericht aus Fleischresten, Blut und Fett), der überreife sardische Käse <a href="Casu_Marzu" title="Casu Marzu">Casu Marzu</a> mit Maden, aber auch <a href="Kutteln" title="Kutteln">Kutteln</a>, <a href="Pf%C3%A4lzer_Saumagen" title="Pfälzer Saumagen">Pfälzer Saumagen</a>, münsterländische <a href="T%C3%B6ttchen" title="Töttchen">Töttchen</a> oder Hamburger <a href="Labskaus" title="Labskaus">Labskaus</a>.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Nicht alle „Ekelgerichte“ werden von der gesamten Bevölkerung des jeweiligen Landes oder der Region geschätzt, einige werden vor allem von Männern als „Delikatesse“ gegessen. Da der Geruch nach Fäulnis oder <a href="Verwesung" title="Verwesung">Verwesung</a> universell als ekelerregend gilt, ist davon auszugehen, dass der Verzehr „verrotteter“ Lebensmittel immer eine Überwindung erfordert. Wissenschaftler haben die Theorie aufgestellt, dass Gerichte, die üblicherweise Ekel und Widerwillen auslösen, eigentlich nur gegessen werden, um die Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe zu bekräftigen und sich zugleich von anderen Gruppen abzugrenzen. Isländer betonen demnach mit einigen Speisen zum Beispiel ihre Abstammung von den <a href="Wikinger" title="Wikinger">Wikingern</a>.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Vegetarismus" title="Vegetarismus">Vegetarier</a> geben unterschiedliche Motive für ihren Verzicht auf Fleisch an. In einer Onlinebefragung der <a href="Friedrich-Schiller-Universit%C3%A4t_Jena" title="Friedrich-Schiller-Universität Jena">Friedrich-Schiller-Universität Jena</a> unter 2517 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz war ein Ekel vor Fleisch der am neunthäufigsten genannte Auslöser für den Vegetarismus. 11 Prozent der Teilnehmer gaben eine Abneigung gegen den Geschmack von Fleisch als wichtigsten Verzichtgrund an. Diese Gruppe wurden von den Autoren als „emotionale Vegetarier“ kategorisiert. Der Auswertung zufolge ekelten sich die sogenannten moralischen und die emotionalen Vegetarier mehr davor, Fleisch zu essen oder Fleisch zuzubereiten, als gesundheitlich motivierte Vegetarier. Das Gleiche zeigte sich beim Betrachten von Bildern mit Fleischprodukten.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die australische Soziologin Deborah Lupton erklärt sich den Ekel vor dem Nahrungsmittel Fleisch wie folgt:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote lang="en" style="margin:0;">
<p>“[…] meat inspires strong feelings of revulsion and disgust because of its origin in living animals […] Because it is the product of the death of animals, meat is also more strongly linked than any other food to rottenness and pollution.”
</p>
</blockquote>
<blockquote style="margin:.5em 0 0 0;" lang="de-Latn">
<p>„Fleisch löst starke Gefühle von Widerwille und Ekel aus, weil es seinen Ursprung in lebenden Tieren hat […] Weil es das Produkt des Todes von Tieren ist, wird Fleisch auch stärker als andere Nahrung mit Verrottung und Verunreinigung in Verbindung gebracht.“
</p>
</blockquote></div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Deborah Lupton, Soziologin, <a href="Universit%C3%A4t_Sydney" title="Universität Sydney">Universität Sydney</a></span><sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ekel_und_Gerüche"><span id="Ekel_und_Ger.C3.BCche"></span>Ekel und Gerüche</h2></div>
<p>Einige Gerüche werden von Wissenschaftlern als universell ekelerregend eingestuft, in erster Linie solche, die bei der <a href="Verwesung" title="Verwesung">Verwesung</a> organischer Substanzen und durch <a href="F%C3%A4ulnis" title="Fäulnis">Fäulnis</a> entstehen. Sieht man von der Reaktion auf dabei entstehende reizende Gase wie <a href="Ammoniak" title="Ammoniak">Ammoniak</a> und <a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a> ab, gibt es jedoch auch in diesem Bereich deutliche kulturelle Unterschiede. Ein US-amerikanisches Forschungszentrum, das an der Entwicklung einer speziellen <a href="Stinkbombe" title="Stinkbombe">Stinkbombe</a> als Waffe im Einsatz gegen Menschenansammlungen arbeitet, hat bei Labortests mit Versuchspersonen aus verschiedenen Kulturen nur wenige Gerüche gefunden, die prinzipiell in Frage kämen. Der Gestank soll so ekelerregend wirken, dass Menschen darauf mit starker körperlicher Übelkeit und Panik reagieren, so dass sie die Flucht ergreifen. Als erfolgversprechend gelten bislang nur extrem verstärkte Fäkal- und Fäulnisgerüche.<sup id="cite_ref-stinkbombe_50-0" class="reference"><a href="#cite_note-stinkbombe-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Leichte Verwesungsgerüche können dagegen auch als angenehm empfunden werden, wenn sie mit Lebensmitteln oder mit <a href="Moschus" title="Moschus">Moschus</a> assoziiert werden. Wie Menschen auf einen Geruch reagieren, hängt vor allem vom Kontext und den persönlichen Erfahrungen ab. Die Mehrheit der Forscher geht davon aus, dass die Bewertung von Gerüchen kulturell erworben wird. „[…] smell is in the nose of the smeller, but also in the culture of the smeller.“<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (dt.: <i>Geruch ist in der Nase des Riechenden, aber auch in der Kultur des Riechenden.</i>) Bei Labortests mit unbenannten Geruchsproben kommt es so zu ganz unterschiedlichen Reaktionen auf dieselbe Probe: „Manche Probanden, die nicht wissen, was sie schnüffeln, halten den Geruch von Erbrochenem für Käse – leckeren Käse. Manche finden den Geruch von verbranntem Menschenfleisch furchtbar, andere assoziieren ein nettes Barbecue.“<sup id="cite_ref-stinkbombe_50-1" class="reference"><a href="#cite_note-stinkbombe-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das ist ein Indiz dafür, dass Ekel im Kopf entsteht und nicht in den <a href="Riechzelle" title="Riechzelle">Riechzellen</a>.
</p><p>Belegt wird das durch eine Studie der Universität <a href="Oxford" title="Oxford">Oxford</a> aus dem Jahr 2005. Zwölf männliche Teilnehmer rochen an einer künstlich hergestellten Geruchsprobe, die einmal als <a href="Cheddar_(K%C3%A4se)" title="Cheddar (Käse)">Cheddar-Käse</a> und einmal als Körpergeruch bezeichnet wurde. Der angebliche Käsegeruch wurde als relativ angenehm bezeichnet, der vermeintliche Körpergeruch als eher unangenehm. In einem weiteren Versuch nahmen die Teilnehmer auch dann einen Käsegeruch wahr, wenn eine völlig geruchlose Probe mit Frischluft als „Käse“ angekündigt wurde.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>In verschiedenen Kulturräumen gilt der Geruch bestimmter <a href="Fermentieren" class="mw-redirect" title="Fermentieren">fermentierter</a> oder verschimmelter Nahrungsmittel als delikat, während derselbe Geruch aus einer anderen Quelle als ekelhaft empfunden wird. „Ein fauliger Geruch kann uns durchaus gefallen – solange wir ihn für den von reifem Käse halten. Doch bereits die Erinnerung an ‚Käsefüße‘ kann dieses Wohlwollen zugrunde richten.“<sup id="cite_ref-Verdorbenes_5-2" class="reference"><a href="#cite_note-Verdorbenes-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Autor Pierre Boisard stellt die These auf, dass <a href="Camembert" title="Camembert">Camembert</a> nicht trotz, sondern wegen seines strengen Geruchs gegessen wird. Das Essen von überreifem Käse ermögliche es Erwachsenen, in sozial akzeptierter Form einen Geruch zu goutieren, der ansonsten in unserer Gesellschaft tabuisiert sei, wenn er in Zusammenhang mit Fäkalien stehe.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Deutlich wahrnehmbare <a href="K%C3%B6rpergeruch" title="Körpergeruch">Körpergerüche</a> anderer gelten in unserem Kulturkreis als abstoßend und im Extremfall als ekelerregend, vor allem der Geruch von <a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schweiß</a>, aber auch <a href="Mundgeruch" title="Mundgeruch">Mundgeruch</a>. Der Soziologe <a href="Georg_Simmel" title="Georg Simmel">Georg Simmel</a> hat für diese heftige Abwehrreaktionen eine Erklärung: „Daß wir die Atmosphäre jemandes riechen, ist die intimste Wahrnehmung seiner, er dringt sozusagen in luftförmiger Gestalt in unser Sinnlich-Innerstes ein, und es liegt auf der Hand, daß bei gesteigerter Reizbarkeit gegen Geruchseindrücke überhaupt dies zu einer Auswahl und einem Distanznehmen führen muß […].“<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Simmel geht davon aus, dass die <a href="Olfaktorische_Wahrnehmung" title="Olfaktorische Wahrnehmung">Geruchswahrnehmung</a> allgemein in modernen Gesellschaften abnimmt, während gleichzeitig die noch wahrgenommenen Gerüche verstärkte Aufmerksamkeit erregen, vor allem die als unangenehm empfundenen.
</p><p>Tatsächliche oder vermeintliche Körpergerüche werden auch dazu benutzt, um sich von anderen sozialen Gruppen, Nationalitäten oder Kulturen abzugrenzen, negative <a href="Stereotyp" title="Stereotyp">Stereotype</a> zu untermauern oder <a href="Aversion" title="Aversion">Aversionen</a> hervorzurufen. Sowohl bestimmten Personengruppen als auch Angehörigen anderer Nationen werden mitunter schlechte Eigengerüche zugeschrieben. „Es kann davon ausgegangen werden, daß ein faktisch existenter oder lediglich zugeschriebener übler Geruch […] zur Rechtfertigung von Abwertungs-, Ausstoßungs- und Stigmatisierungsprozessen dient […].“<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im <a href="Deutsch-Franz%C3%B6sischer_Krieg" title="Deutsch-Französischer Krieg">Deutsch-Französischen Krieg</a> gehörte die Behauptung, dass die Deutschen stinken, zur <a href="Propaganda" title="Propaganda">Propaganda</a> der französischen Seite. Französische Chronisten berichteten, dass sich 1870 nach der Kapitulation von <a href="Metz" title="Metz">Metz</a> alle Bewohner die Nase zugehalten hätten, als die deutschen Regimenter einmarschierten. Die Propaganda sagte, weder der saure Geruch der Engländer noch der ranzige der „Neger“ oder der süßliche der Asiaten käme an Widerwärtigkeit dem Gestank der Deutschen gleich.<sup id="cite_ref-annick_56-0" class="reference"><a href="#cite_note-annick-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zur Bekräftigung dieses olfaktorischen Urteils verfassten einige französische Mediziner wissenschaftlich klingende Abhandlungen über die allgemeine <a href="Bromhidrosis" title="Bromhidrosis">Bromhidrosis</a> der deutschen Bevölkerung, die zu starken Körperausdünstungen führe. 1915 erklärte ein Arzt, der „urotoxische Koeffizient“ des Urins sei bei Deutschen deutlich erhöht, und da die Nieren bei ihnen überlastet seien, erfolge die Ausscheidung auch über andere Körperregionen.<sup id="cite_ref-annick_56-1" class="reference"><a href="#cite_note-annick-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Man kann dies so ausdrücken, daß man sagt, der Deutsche uriniert durch die Füße.“<sup id="cite_ref-annick_56-2" class="reference"><a href="#cite_note-annick-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ob verschiedene <a href="Ethnie" title="Ethnie">Ethnien</a> tatsächlich unterschiedliche Körpergerüche haben, ist wissenschaftlich nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Der am deutlichsten wahrnehmbare Geruch ist die Achselschweißsubstanz <a href="Androstenon" title="Androstenon">Androstenon</a>. Mittlerweile gilt als sicher, dass nicht alle Ethnien die gleiche Anzahl von <a href="Schwei%C3%9Fdr%C3%BCse" title="Schweißdrüse">Schweißdrüsen</a> haben. „Koreaner haben fast gar keine apokrinen Schweißdrüsen und also auch so gut wie keinen Körpergeruch; Chinesen haben wenige, Japaner mehr, Weiße noch mehr und Schwarze am meisten. Dazu hinterlassen manche Nahrungsgewohnheiten ihre Spuren im Schweiß […] Europäer und Amerikaner galten Japanern als <i>bata-kusai</i>, ‚Butterstinker‘ […].“<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Verwendung unterschiedlicher Gewürze in verschiedenen Kulturen, beispielsweise von <a href="Knoblauch" title="Knoblauch">Knoblauch</a>, beeinflusst objektiv messbar die Körpergerüche, aber auch der ständige Umgang mit stark riechenden Produkten, etwa bei Fischern. Insofern ist auch von deutlichen interkulturellen Unterschieden auszugehen.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Interpersoneller_Ekel">Interpersoneller Ekel</h2></div>
<p>Ekelgefühle können sich auch gegen andere Personen richten, wobei es sich häufig um Reaktionen auf Körpergerüche handelt, aber auch auf unerwünschte körperliche Nähe, speziell von Unbekannten. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Ekel und Abwehrreaktionen in Bezug auf Gegenstände, die von anderen benutzt wurden. So lehnen es viele ab, von einem Teller zu essen, den zuvor jemand anders benutzt hat, Kleidung aus <a href="Secondhandladen" title="Secondhandladen">Secondhandläden</a> zu tragen oder sich auf einen noch warmen Stuhl zu setzen, auf dem vorher ein anderer gesessen hat.
</p><p>Rozin hat in einer Studie nachgewiesen, dass die Ablehnung fremder Kleidungsstücke etwas mit <a href="Magisches_Denken" title="Magisches Denken">magischem Denken</a> zu tun hat, nämlich mit der unbewussten Vorstellung, dass sie Eigenschaften des früheren Trägers besitzen. Amerikanische Studenten waren eher bereit, den gereinigten Pullover eines gesunden Fremden zu tragen als den eines kranken oder beinamputierten Mannes oder den eines Mörders. Heftig abgelehnt wurde auch die Vorstellung, ein Kleidungsstück Adolf Hitlers zu tragen. Die Folgerung ist, dass Ekel in modernen Gesellschaften nicht nur die Funktion hat, den Körper vor „Kontamination“ zu schützen, sondern auch die Psyche.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einigen Kulturen spielt der interpersonelle Ekel eine wichtigere Rolle als der „Basisekel“, zum Beispiel im <a href="Hinduismus" title="Hinduismus">Hinduismus</a>, der von den Gläubigen die strikte Meidung jedes körperlichen Kontakts mit Angehörigen niedrigerer <a href="Kaste" title="Kaste">Kasten</a> fordert. Die Berührung einer Speise durch eine „unreine“ Person lässt die gesamte Speise unrein werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kulturgeschichte">Kulturgeschichte</h2></div>
<p>Ekel ist keine kulturhistorische Konstante, auch nicht innerhalb eines Kulturraums. Der Soziologe <a href="Norbert_Elias" title="Norbert Elias">Norbert Elias</a> hat in seinem Werk <i><a href="%C3%9Cber_den_Proze%C3%9F_der_Zivilisation" title="Über den Prozeß der Zivilisation">Über den Prozeß der Zivilisation</a></i> nachgewiesen, dass sich die heutigen europäischen Vorstellungen von „anständigem Verhalten“ seit dem <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> im Laufe von Jahrhunderten entwickelt haben und dass ihre Ausprägung zu einem gesellschaftlichen Prozess gehört, in dessen Verlauf die Kontrolle körperlicher Bedürfnisse immer wichtiger wurde. Dieser Prozess ging vom <a href="Adel" title="Adel">Adel</a> aus und wurde allmählich zum gesamtgesellschaftlichen Standard. Elias belegt anhand von Quellen, vor allem <a href="Tischzuchten" title="Tischzuchten">Tischzuchten</a>, dass <a href="Schamgef%C3%BChl" title="Schamgefühl">Scham-</a> und <a href="Peinlichkeit" class="mw-redirect" title="Peinlichkeit">Peinlichkeitsgefühle</a> im Laufe der Jahrhunderte deutlich zunehmen, was einer Zunahme der Ekelempfindlichkeit entspricht.
</p><p><a href="Taschentuch" title="Taschentuch">Taschentücher</a> benutzte auch der Adel erst in der Neuzeit, vorher war es allgemein üblich, sich mit den Händen zu schnäuzen und diese danach an der Kleidung abzuwischen. Oft wurde auch das Tischtuch benutzt, das nur beim Adel vorhanden war, aber das galt im 15. Jahrhundert bereits als unfein. Beim Essen sollte man sich mit der linken Hand schnäuzen, weil man mit der rechten Hand aß (die <a href="Essbesteck#Gabel" title="Essbesteck">Gabel</a> wurde erst im 16. Jahrhundert allmählich eingeführt).<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In einer mittelalterlichen Tischzucht heißt es „Spucke nicht über oder auf den Tisch“ und „Spucke nicht in das Becken, wenn du dir die Hände wäschst“. Das Spucken an sich wird nicht beanstandet, auch nicht in Gegenwart von anderen oder beim Essen. Es galt als anständig, unter den Tisch oder hinter sich zu spucken. Man hielt das regelmäßige Ausspucken des <a href="Speichel" title="Speichel">Speichels</a> für geradezu notwendig. Im 17. Jahrhundert war es dann ungehörig, vor höherstehenden Personen auf die Erde zu spucken, im 18. Jahrhundert wurde die Benutzung eines Taschentuchs und eine gewisse Diskretion gefordert. Im Haus wurden bei den Oberschichten <a href="Spucknapf" title="Spucknapf">Spucknäpfe</a> üblich. Im 19. Jahrhundert heißt es dann in einer englischen Benimmschrift: „Spitting is at all times a disgusting habit“ (Spucken ist zu jeder Zeit eine ekelhafte Gewohnheit).<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Laut Elias haben <a href="Hygiene" title="Hygiene">Hygienevorstellungen</a> mit der zunehmenden Tabuisierung des Ausspuckens nichts zu tun, da dies kaum als Begründung angeführt wird. „So verstärken sich auch die Peinlichkeits- und Ekelgefühle um die Absonderung des Sputums […] lange bevor man irgendeine klare Vorstellung von der Übertragung bestimmter Krankheitskeime durch das Sputum hat. […] Die Motivierung aus gesellschaftlicher Rücksicht ist lange vor der Motivierung durch naturwissenschaftliche Einsichten da.“<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Empfindlichkeit gegenüber Körperausscheidungen Anderer hatte im Laufe der Jahrhunderte offenkundig zugenommen. In vielen asiatischen Ländern ist Spucken in der Öffentlichkeit dagegen bis heute üblich und erregt keinen Ekel.
</p>
<p>Auch andere Körperausscheidungen galten lange Zeit nicht als ekelhaft. Es war bei allen Ständen durchaus üblich, die <a href="Stuhlgang" title="Stuhlgang">Notdurft</a> in der Öffentlichkeit zu verrichten, wie durch Quellen belegt ist. In einer Schrift des <a href="Erasmus_von_Rotterdam" title="Erasmus von Rotterdam">Erasmus von Rotterdam</a> heißt es „Incivile est eum salutare, qui reddit urinam aut alvum exonerat […]“ (es ist unhöflich jemanden zu grüßen, der gerade uriniert oder sich erleichtert). Zu dieser Zeit im 16. Jahrhundert aufkommende Regeln, <a href="Flatulenz" class="mw-redirect" title="Flatulenz">Flatulenzen</a> zu unterdrücken, bezeichnet er als unangemessen, da das nicht gesund sei.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anfang des 17. Jahrhunderts wird erwartet, dass die <a href="Def%C3%A4kation" class="mw-redirect" title="Defäkation">Defäkation</a> ohne Zeugen im Verborgenen stattfindet. Das trifft jedoch noch nicht auf Kaiser und Könige zu, die regelmäßig auf dem sogenannten <a href="Leibstuhl" class="mw-redirect" title="Leibstuhl">Leibstuhl</a> sitzend als besondere Gunstbezeigung <a href="Audienz" title="Audienz">Audienzen</a> gewährten.
</p><p>1729 erklärt dann ein französischer Autor: „Il est très incivil de laisser sortir des vents de son Corps, soit par haut, soit par bas, quand mesme ce seroit sans faire aucun bruit, lorsqu'on est en compagnie […].“<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (Es ist sehr unzivilisiert, in Gegenwart von anderen Winde aus seinem Körper entweichen zu lassen, sei es nach oben oder nach unten, auch wenn es lautlos geschieht). Elias konstatiert eine zunehmende Empfindlichkeit im Umgang mit allen Triebäußerungen, wobei die neu eingeführten Benimmregeln zunächst vor allem die Funktion sozialer Differenzierung gehabt hätten, die Unterscheidung der gesellschaftlich Höherstehenden vom „Volk“.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Generell war die Geruchstoleranz in früheren Zeiten in Europa deutlich größer als heute, Gerüchen wurde lange Zeit keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Der französische Historiker Alain Corbin beschreibt die Situation in <a href="Paris" title="Paris">Paris</a> zur Zeit <a href="Jean-Baptiste_Rousseau" title="Jean-Baptiste Rousseau">Rousseaus</a>: „[…] der Kot sammelt sich überall, in den Alleen, am Fuß der Schlagbäume, in den Droschken. Die Kloakenentleerer verpesten die Straßen; um sich den Weg zum <a href="Schindanger" title="Schindanger">Schindanger</a> zu sparen, kippen sie die Tonnen einfach in den Rinnstein. […] Auch die Walkmühlen und <a href="Gerben" title="Gerben">Weißgerbereien</a> tragen ihren Teil dazu bei, den Harngestank zu mehren. Die Fassaden der Pariser Häuser sind vom Urin zersetzt.“<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Geruch und <a href="Gestank" title="Gestank">Gestank</a> wurden erst im 18. Jahrhundert öffentlich thematisiert. „Von der Mitte des 18. bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts verstärkte sich ein Prozeß, […] den Alain Corbin als ‚olfaktorische Revolution‘, als grundlegenden Wandel in der Wahrnehmung, Bewertung und Interpretation der Gerüche bezeichnet. Kennzeichnend […] ist die wachsende kollektive Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen aller Art. Obwohl sich die Intensität und Penetranz der Gerüche gegenüber früheren Epochen nicht geändert hatte, sank die Toleranzschwelle fast schlagartig, und alles, was […] bislang als normal galt – die Gerüche der Körper, der Wohnräume und der Stadt, […] der Geruch von Fäkalien und Jauche, stinkende Abfallberge usw. – wurde nunmehr als unerträglich empfunden.“<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Hintergrund der neuen Geruchsempfindlichkeit und der damit verbundenen Ekelreaktionen waren die zu dieser Zeit aufkommende wissenschaftliche <a href="Miasma" title="Miasma">Miasma</a>-Theorie und die Annahme, dass starke Gerüche Träger von Krankheitserregern seien, also der Geruch allein Krankheiten verursachen könne. Das führte dazu, die Vorstellungen von Sauberkeit und <a href="Hygiene" title="Hygiene">Hygiene</a> grundlegend zu verändern und die „Reinigung“ der Luft anzustreben. Parallel entstand eine Abneigung gegen die Wahrnehmung von Körpergerüchen, sowohl der eigenen als auch der von anderen.<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Da es den Oberschichten in der Folgezeit im Unterschied zum „gemeinen Volk“ gelang, den Eigengeruch weitgehend zu beseitigen oder durch Anwendung von <a href="Parf%C3%BCm" title="Parfüm">Duftstoffen</a> zu übertönen, wurde Körpergeruch zu einem sozialen Unterscheidungsmerkmal.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Schlachtung" title="Schlachtung">Schlachtung</a> von Nutztieren und deren Weiterverarbeitung zu Fleisch- und Wurstwaren fand jahrhundertelang im Grunde öffentlich statt, sowohl auf dem Land als auch in den Städten. An dem Anblick nahm kaum jemand Anstoß. Erst im 19. Jahrhundert wurden <a href="Schlachthof" title="Schlachthof">Schlachthöfe</a> in die Randbereiche der Städte verlegt, was nach Ansicht von Soziologen mit einer gestiegenen Ekelempfindlichkeit zusammenhing. Etwa zur gleichen Zeit wird es auch unüblich, zubereitete Tiere im Ganzen zu servieren und erst auf der Tafel zu <a href="Tranchieren" title="Tranchieren">tranchieren</a>.<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einem französischen Kochbuch aus dem Jahr 1894 heißt es: „Dadurch, daß eine geschickte Dekoration oder raffinierte Kochmethode das grausame Aussehen von Fleischstücken verbergen, trägt die Kochkunst sicher zu einer Verfeinerung der Sitten bei. Man vergleiche, was ich die ‚Nationen der blutigen Gerichte‘ […] genannt habe, mit den ‚Nationen der Saucen‘ […] und sehe dann, ob nicht die letztere auch die zivilisiertere ist.“<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ekel_in_der_Literatur">Ekel in der Literatur</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Antike">Antike</h3></div>
<p>Die lateinische Dichtung der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> enthält eine ganze Reihe von ekelerregenden Beschreibungen, oft im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen, auch wenn es keinen lateinischen Begriff gibt, der genau dieser Emotion entspricht. Es gibt den Begriff <i>fastidium</i> mit der Bedeutung <i>Überdruss</i>, <i>taedium</i> mit der <a href="Konnotation" title="Konnotation">Konnotation</a> von extremer <a href="Langeweile" title="Langeweile">Langeweile</a> und <i>nausea</i> für körperliche <a href="%C3%9Cbelkeit" title="Übelkeit">Übelkeit</a>.
</p><p>Während <a href="Vergil" title="Vergil">Vergil</a> auf drastische Effekte weitgehend verzichtet, kommen sie bei <a href="Ovid" title="Ovid">Ovid</a> vor, jedoch fast ausschließlich in seinem Werk <i><a href="Metamorphosen_(Ovid)" title="Metamorphosen (Ovid)">Metamorphosen</a></i>. Bei einer Schlacht von <a href="Kentaur" title="Kentaur">Kentauren</a> (<a href="Kentauromachie_(Mythos)" class="mw-redirect" title="Kentauromachie (Mythos)">Kentauromachie</a>) schildert er sehr detailliert verschiedene Verwundungen und Verstümmelungen. „Mit <a href="Seneca" title="Seneca">Seneca</a> erreicht die Darstellung des Grausigen in der römischen Dichtung ihren ersten Höhepunkt.“<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seneca ist ein <a href="Stoa" title="Stoa">Stoiker</a>; die Schilderungen haben bei ihm die Aufgabe, die Unerschütterlichkeit seiner Helden deutlich zu machen, die sich auch von Ekel nicht bezwingen lassen. Das in seinen <a href="Trag%C3%B6die" title="Tragödie">Tragödien</a> immer wiederkehrende Motiv ist die Verletzung und Destruktion des menschlichen Körpers. Die drastischsten Szenen finden sich in seinem Werk <i><a href="Thyestes" title="Thyestes">Thyestes</a></i>. Höhepunkt ist die Opferschlachtung der Söhne von <a href="Atreus" title="Atreus">Atreus</a> und die Schilderung, wie sie als Mahlzeit zubereitet werden.<sup id="cite_ref-fuhrmann_73-0" class="reference"><a href="#cite_note-fuhrmann-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>„Kein Werk der römischen Literatur ist so reich an grausigen und ekelerregenden Partien wie die <i>Pharsalia</i> <a href="Marcus_Annaeus_Lucanus" title="Marcus Annaeus Lucanus">Lukans</a>. […] Lukans historisches Epos erscheint geradezu als Sammelbecken […] römischer Überlieferung des Grauens.“<sup id="cite_ref-fuhrmann_73-1" class="reference"><a href="#cite_note-fuhrmann-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Geschildert wird die <a href="Schlacht_von_Pharsalos" title="Schlacht von Pharsalos">Schlacht von Pharsalos</a> und der Untergang der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">Römischen Republik</a>. Zwei Abschnitte darin sind der Verwesung von Leichen gewidmet, außerdem enthält es eine ausführliche Schilderung grausamer Todesszenarien als Folge von Schlangenbissen, u. a. die allmähliche Auflösung eines Körpers. Die Werke von <a href="Publius_Papinius_Statius" title="Publius Papinius Statius">Statius</a> und <a href="Silius_Italicus" title="Silius Italicus">Silius Italicus</a> schwelgen etwas weniger in grauenvollen Motiven und knüpfen insofern eher an Ovid an.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Moderne_Literatur">Moderne Literatur</h3></div>
<p>Motive des Ekelhaften finden sich später auch in der vormodernen Literatur, allerdings eher in Form des <a href="Groteske" title="Groteske">Grotesken</a>.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein Beispiel ist <a href="Gargantua_und_Pantagruel" title="Gargantua und Pantagruel">Gargantua und Pantagruel</a> von <a href="Fran%C3%A7ois_Rabelais" title="François Rabelais">François Rabelais</a>, wo Urin, Fäkalien und Körpersekrete eine Rolle spielen. Der Schriftsteller will damit jedoch keinen Ekel provozieren, sondern strebt den „Effekt eines befreienden Lachens“<sup id="cite_ref-ekelkunst_75-0" class="reference"><a href="#cite_note-ekelkunst-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> an. Die literarische Behandlung dieser Motive verändert sich ausgehend von <a href="Voltaire" title="Voltaire">Voltaire</a>, der in <a href="Candide_oder_der_Optimismus" title="Candide oder der Optimismus">Candide</a> das Hässliche und Abstoßende bewusst als Gegenbild zur Idee der <a href="Theodizee" title="Theodizee">Theodizee</a> darstellt, in der auch <a href="Das_B%C3%B6se" title="Das Böse">das Böse</a> stets einen Sinn hat.<sup id="cite_ref-blumengarten_76-0" class="reference"><a href="#cite_note-blumengarten-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein Zitat: „Als er am folgenden Tag spazierenging, begegnete er einem über und über mit Eiterbeulen bedeckten Bettler mit erloschenen Augen, zerfressener Nase, schiefstehendem Munde und schwarzen Zahnstümpfen, der jedes Wort heiser hervorgurgeln musste; fürchterliche Hustenanfälle quälten ihn, wobei er jedes Mal einen Zahn ausspie.“
</p>
<p>Der Bruch mit der Tradition der „schönen Künste“ findet sich auch bei <a href="Heinrich_von_Kleist" title="Heinrich von Kleist">Heinrich von Kleist</a>. „<a href="Penthesilea_(Kleist)" title="Penthesilea (Kleist)">Penthesilea</a> (1808) ist das erste große Sprachkunstwerk des literarischen Extremismus. Das Drama will nicht mehr Furcht und Mitleid erregen, sondern provoziert Katharsis durch Ekel. […] Spätere Autoren des 19. Jahrhunderts, man denke vor allem an die <a href="Romantik" title="Romantik">Romantiker</a>, hüteten sich vor dem Extrem […].“<sup id="cite_ref-schütte_77-0" class="reference"><a href="#cite_note-schütte-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die literarische Richtung des <a href="Naturalismus_(Literatur)" title="Naturalismus (Literatur)">Naturalismus</a> behandelte soziale Probleme und stellte auch Krankheit, Alkoholismus und körperliche <a href="Degeneration" title="Degeneration">Degeneration</a> dar, Ekelmotive wurden als Mittel der Provokation und Kritik akzeptiert. Leitfigur war <a href="%C3%89mile_Zola" title="Émile Zola">Émile Zola</a>, der wichtigste deutsche Vertreter war <a href="Gerhart_Hauptmann" title="Gerhart Hauptmann">Gerhart Hauptmann</a>.
</p><p>In Frankreich gehörten <a href="Georges_Bataille" title="Georges Bataille">Georges Bataille</a>, <a href="Charles_Baudelaire" title="Charles Baudelaire">Charles Baudelaire</a>, der <a href="Comte_de_Lautr%C3%A9amont" title="Comte de Lautréamont">Comte de Lautréamont</a>, <a href="Paul_Verlaine" title="Paul Verlaine">Paul Verlaine</a> und <a href="Arthur_Rimbaud" title="Arthur Rimbaud">Arthur Rimbaud</a> zu den modernen Schriftstellern, die in ihren Werken Tabuisiertes teilweise drastisch darstellten. Abstoßendes wird von ihnen um seiner selbst willen behandelt, um das Leben auch in seiner „Brutalität und Animalität“ zu beschreiben. Baudelaires <a href="Les_Fleurs_du_Mal" title="Les Fleurs du Mal">Les Fleurs du Mal</a> lösten einen Skandal aus und führten zu einem Strafprozess.<sup id="cite_ref-blumengarten_76-1" class="reference"><a href="#cite_note-blumengarten-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Gezielt auf Ekeleffekte setzen auch Vertreter des <a href="Expressionismus_(Literatur)" title="Expressionismus (Literatur)">Expressionismus</a> wie <a href="Gottfried_Benn" title="Gottfried Benn">Gottfried Benn</a>, <a href="Georg_Trakl" title="Georg Trakl">Georg Trakl</a> und <a href="Hans_Henny_Jahnn" title="Hans Henny Jahnn">Hans Henny Jahnn</a>. „In ästhetischer Hinsicht ist der Extremist spezialisiert auf die Zerstörung literarischer Normen und sprachlicher Regeln. Seiner exzentrischen Sprache gepaart ist die Präferenz für Tabuisiertes oder Populäres […]“.<sup id="cite_ref-schütte_77-1" class="reference"><a href="#cite_note-schütte-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Trakl thematisiert in seinen Gedichten Verfall, Verwesung und Tod, ebenso der Mediziner Benn. Jahnns Drama <i>Pastor Ephraim Magnus</i> (1919) „ist ein absonderliches Repositorium an Gräuel und Schauerlichkeiten, die ihresgleichen suchen angesichts der extremen Häufung von Themen wie <a href="Nekrophilie" title="Nekrophilie">Nekrophilie</a>, Kannibalismus, Kastration, <a href="Blasphemie" title="Blasphemie">Blasphemie</a>, <a href="Inzest" title="Inzest">Inzest</a> und Verwesung. […] So explizit wie nirgends sonst nach <i>Penthesilea</i> basiert Jahnns Dramatik auf dem anti-ästhetischen Effekt des Ekels.“<sup id="cite_ref-schütte_77-2" class="reference"><a href="#cite_note-schütte-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ekel ist auch ein Schlüsselbegriff in <a href="Friedrich_Nietzsche" title="Friedrich Nietzsche">Friedrich Nietzsches</a> Werk <i><a href="Also_sprach_Zarathustra" title="Also sprach Zarathustra">Also sprach Zarathustra</a></i>. Zarathustra ist hier ein Vorläufer des erwarteten <a href="%C3%9Cbermensch" title="Übermensch">Übermenschen</a> und als solcher ein Mensch ohne Ekel, so heißt es. In einer Szene stellt er sich jedoch seinen „abgründigsten Gedanken“ und bricht darauf in den Ausruf aus: „Ekel, Ekel, Ekel – wehe mir!“ Immer wieder wird in diesem Stück Ekelhaftes thematisiert und es wird „die gesamte <a href="Metaphorik" class="mw-redirect" title="Metaphorik">Metaphorik</a> des Spuckens, Herauswürgens, Erbrechens einschließlich aller Fäkalinjurien – eine ganze Welt des Pfui – bemüht.“<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Überwindung jeglichen Ekels wird von Nietzsche als anzustrebendes Ziel dargestellt. Aus zahlreichen Aussagen geht hervor, dass der Philosoph selbst jedoch sehr ekelempfindlich war, was er euphemistisch als „Hypersensitivität“ umdeutet. „Der Ekel vor den gemeinen, gewöhnlichen Niederungen des Menschlichen findet sich bei Nietzsche bereits im Frühwerk, ebenso die Übertragung des Ekels aus der physiologischen in die moralische Welt.“<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So schreibt er an einer Stelle: „Mir eignet eine vollkommen unheimliche Reizbarkeit des Reinlichkeits-Instinkts, so dass ich […] das Innerlichste, die ‚Eingeweide‘ jeder Seele physiologisch wahrnehme – <i>rieche</i> […] Wenn ich recht beobachtet habe, empfinden solche meiner Reinlichkeit unzuträgliche Naturen die Vorsicht meines Ekels auch ihrerseits […] Der <i>Ekel</i> am Menschen, am ‚Gesindel‘ war immer meine grösste Gefahr […].“<sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Schriftsteller <a href="Franz_Kafka" title="Franz Kafka">Franz Kafka</a> hat sich in privaten Briefen und Aufzeichnungen über persönliche Ekelgefühle geäußert. Als Motiv spielt diese Emotion in seiner Erzählung <i><a href="Die_Verwandlung" title="Die Verwandlung">Die Verwandlung</a></i> eine Rolle, in der sich der Protagonist über Nacht in ein Insekt („Ungeziefer“) verwandelt, worauf die Familie mit Entsetzen und zunehmendem Ekel reagiert.
</p><p>In der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts wird Ekel häufig thematisiert, vor allem auch bei österreichischen Autoren. „Die Inszenierung des Häßlichen und Abstoßenden, welche seit der Lyrik Charles Baudelaires zu einem zentralen Thema der literarischen <a href="Moderne" title="Moderne">Moderne</a> […] geworden ist, ist in der österreichischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts auf geradezu beispiellose Art und Weise vertreten.“<sup id="cite_ref-ekelkunst_75-1" class="reference"><a href="#cite_note-ekelkunst-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Typische Vertreter sind <a href="Thomas_Bernhard" title="Thomas Bernhard">Thomas Bernhard</a>, <a href="Josef_Winkler_(Autor)" title="Josef Winkler (Autor)">Josef Winkler</a>, <a href="Werner_Schwab" title="Werner Schwab">Werner Schwab</a> und <a href="Elfriede_Jelinek" title="Elfriede Jelinek">Elfriede Jelinek</a>. In ihren Werken kommt es zu zahlreichen Tabubrüchen, dargestellt mit den Mitteln einer „gewaltsamen Rhetorik“ <i>(excitable speech)</i>, die auch den Körper der Leser angreifen will.<sup id="cite_ref-ekelkunst_75-2" class="reference"><a href="#cite_note-ekelkunst-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der französische Philosoph <a href="Jean-Paul_Sartre" title="Jean-Paul Sartre">Jean-Paul Sartre</a> hat einen Roman mit dem Titel <i><a href="Der_Ekel" title="Der Ekel">Der Ekel</a></i> <i>(La nausée)</i> geschrieben, der als literarisches Hauptwerk des <a href="Existentialismus" title="Existentialismus">Existentialismus</a> gilt. Der Ekel des Protagonisten richtet sich im Kern gegen die angenommene Sinnlosigkeit und Ungewissheit jeglicher Existenz. Bezeichnungen für diesen gewissermaßen rein geistigen Ekel sind <i>Daseinsekel</i> oder <i>Weltekel</i>. Die geschilderten Empfindungen der Hauptfigur Antoine Roquentin werden in der Psychologie jedoch der <a href="Melancholie" title="Melancholie">Melancholie</a> zugeordnet und treten unter anderem bei <a href="Depression" title="Depression">Depressiven</a> auf. „Die Melancholie kann aus existenzanalytischer Sicht folgendermaßen beschrieben werden: zum einen als <a href="Entfremdung" title="Entfremdung">Entfremdung</a> des Menschen von sich selbst, den anderen und den Dingen, […] zum anderen als Werdenshemmung, also als Abwandlung des Bezuges zur Zeit, der Zeitigung.“<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Entfremdung ist ein wesentliches Merkmal von Roquentins Befindlichkeit. Sartre wollte den Roman ursprünglich auch <i>Melancholia</i> nennen.
</p><p>Im Jahre 2008 sorgte der Roman <i><a href="Feuchtgebiete" title="Feuchtgebiete">Feuchtgebiete</a></i> der deutschen Schriftstellerin <a href="Charlotte_Roche" title="Charlotte Roche">Charlotte Roche</a> im deutschsprachigen <a href="Feuilleton" title="Feuilleton">Feuilleton</a> wegen seiner expliziten Schilderung von Körperausscheidungen für eine Diskussion über den Begriff Ekel, an der sich auch der Publizist <a href="Roger_Willemsen" title="Roger Willemsen">Roger Willemsen</a> beteiligte.<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inszenierter_Ekel">Inszenierter Ekel</h2></div>
<p>Nicht nur Schönes, sondern auch Erschreckendes und Groteskes wird seit jeher in Literatur und Kunst dargestellt, wenn auch nicht unbedingt mit dem Ziel, Ekel zu erregen. „Im <a href="Naturalismus_(Kunst)" class="mw-redirect" title="Naturalismus (Kunst)">Naturalismus</a> und <a href="Expressionismus" title="Expressionismus">Expressionismus</a> richten sich die Darstellungen des Ekelhaften […] gegen den schönen Schein klassischer Kunst. Der Ästhetik der Schönheit wurde in provokativer Absicht die des Häßlichen gegenübergestellt […].“<sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der neu entstehenden Theorie der <a href="%C3%84sthetik" title="Ästhetik">Ästhetik</a> im 18. Jahrhundert wurde das Hässliche und Ekelerregende zunächst nämlich völlig ausgeklammert.
</p><p>Die Psychologie nach <a href="Sigmund_Freud" title="Sigmund Freud">Freud</a> betrachtet Ekel als eine <a href="Ambivalenz" title="Ambivalenz">ambivalente</a> Emotion, ausgehend vom ursprünglichen Interesse des Kleinkindes an Fäkalien, das ihm erst mit Hilfe der <a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisation</a> abgewöhnt wird. Somit wird das frühere „Lustobjekt“ umgewandelt in ein Objekt der Unlust und des Ekels. In den Schichten des <a href="Unbewusst" class="mw-redirect" title="Unbewusst">Unbewussten</a> bleibt die <a href="Verdr%C3%A4ngung_(Psychoanalyse)" title="Verdrängung (Psychoanalyse)">verdrängte</a> Faszination jedoch erhalten und zeigt sich immer wieder in maskierter Form, so diese Theorie. „<a href="Masochismus" title="Masochismus">Masochistische</a> Persönlichkeiten tun durchaus etwas Ähnliches wie Leser oder Betrachter von künstlerischen Darstellungen des Schrecklichen oder Ekelhaften. Sie lassen sich von unlusterregenden Objekten geradezu magisch anziehen. Die verborgene Lustquelle liegt dabei […] in der Befriedigung eines mehr oder weniger bewußten Strafbedürfnisses gegenüber verbotenen Wünschen und Impulsen.“<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Goutieren inszenierten Ekels im Bereich der Kunst wird gesellschaftlich akzeptiert. Öffentliche Empörung über Tabuverletzungen richtet sich generell nur gegen die jeweiligen Künstler, nicht gegen die Rezipienten. Dabei setzt sich das Publikum dem Ekelhaften freiwillig und zeitlich begrenzt aus, so dass eine gewisse innere Distanz aufgebaut werden kann, vor allem im Bereich von Film, Theater oder Malerei.<sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach Auffassung von Thomas Anz erfüllt „Ekelkunst“ außerdem weitere (unbewusste) Bedürfnisse. „Phantasien über kollektive Katastrophen apokalyptischen Ausmaßes, die in der Kunst- und Literaturgeschichte immer wieder auch mit Ekelphantasien einhergehen, entsprechen in der Tradition religiöser <a href="Apokalypse" title="Apokalypse">Apokalypsen</a> zugleich moralischen und aggressiven Bedürfnissen.“<sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Moderne_Kunst">Moderne Kunst</h3></div>
<p>Die bewusste Provokation von Ekelgefühlen ist ein Mittel verschiedener Richtungen der modernen Kunst und wird vor allem bei <a href="Performance_(Kunst)" title="Performance (Kunst)">Performances</a> eingesetzt. Ausgelöst wird der Ekel häufig durch die Verwendung von <a href="K%C3%B6rperfl%C3%BCssigkeit" title="Körperflüssigkeit">Körperflüssigkeiten</a> und -produkten, die zu „Kunstmaterial“ erklärt werden. Dabei werden gesellschaftliche <a href="Tabu" title="Tabu">Tabus</a> verletzt. Bekannt hierfür war der so genannte <a href="Wiener_Aktionismus" title="Wiener Aktionismus">Wiener Aktionismus</a>. Auch <a href="Body_Art" class="mw-redirect" title="Body Art">Body Art</a> als Form der <a href="Aktionskunst" title="Aktionskunst">Aktionskunst</a> und <a href="Eat_Art" class="mw-redirect" title="Eat Art">Eat Art</a> setzen teilweise Ekeleffekte gezielt ein. Nach eigenem Bekunden wollen die Künstler damit eine Protesthaltung gegenüber gesellschaftlichen Zwängen und Werten ausdrücken.
</p><p>Die Wiener Aktionisten erklärten unter anderem, sie strebten eine besondere Intensität des Ausdrucks und die Überwältigung der Zuschauer an, die nur durch direkten Körpereinsatz zu erzielen sei. Der bekannteste Auftritt der Gruppe in einem Hörsaal der Wiener Universität im Jahr 1968 bestand darin, öffentlich zu urinieren, zu defäzieren und zu erbrechen und zwischendurch die österreichische Nationalhymne zu singen. Es sei darum gegangen zu zeigen, „dass sich das Volk bei einem Haufen Scheiße mehr aufregt, als bei allen Berichten über den damals ausgefochtenen <a href="Vietnamkrieg" title="Vietnamkrieg">Vietnamkrieg</a>.“ Den größten Bekanntheitsgrad der Wiener Aktionisten erlangte in der Folgezeit <a href="Hermann_Nitsch" title="Hermann Nitsch">Hermann Nitsch</a>, der bei seinen Performances vor allem viel Tierblut fließen ließ. Er ließ Tiere öffentlich schlachten und beschmierte dann mit Blut und Innereien Leinwände und Personen. Außerdem schuf er „Schüttbilder“, indem er Blut über Leinwand laufen ließ. Anfang der 1970er Jahre wandte sich Nitsch vor allem dem Theater zu und führt seitdem regelmäßig so genannte „Orgien-Mysterien-Spiele“ auf. Er hat zu seiner Kunst eine umfangreiche theoretische Abhandlung verfasst und beruft sich auf Theorien <a href="Sigmund_Freud" title="Sigmund Freud">Sigmund Freuds</a>. Das Ziel seiner Aufführungen sei die Auflösung von <a href="Neurose" title="Neurose">Neurosen</a> und eine <a href="Katharsis_(Psychologie)" title="Katharsis (Psychologie)">Katharsis</a>.<sup id="cite_ref-87" class="reference"><a href="#cite_note-87"><span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Vom Wiener Aktionismus beeinflusst sind die Performances von <a href="Paul_McCarthy" title="Paul McCarthy">Paul McCarthy</a>, die gezielt auf Ekeleffekte setzen. 1975 entstand beispielsweise sein Video <i>Sailor's Meat</i>, in dem McCarthy mit blonder Frauenperücke und Damenslip agierte und sich 28 Minuten lang mit Hilfe von Ketchup, Mayonnaise und rohem Fleisch beschmierte, das er zuerst kaute und dann wieder ausspuckte. Außerdem hantierte er mit einem <a href="Dildo" title="Dildo">Dildo</a>, den er in die Mayonnaise tauchte. Selbstbeschmutzung ist ein Stilmittel der <i>Body Art</i>. „Wenn McCarthy eigene Ausscheidungen mit typisch amerikanischen Produkten wie Ketchup, Mayonnaise, Körpercreme oder <a href="Hot_Dog" class="mw-redirect" title="Hot Dog">Hot Dogs</a> zu einer abscheulichen Soße vermischt, attackiert er damit die Reinlichkeitsvorstellungen der Gesellschaft.“<sup id="cite_ref-88" class="reference"><a href="#cite_note-88"><span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Häufig werden in der „Ekelkunst“ Exkremente eingesetzt. Besonders bekannt ist die <i><a href="Merda_d%E2%80%99artista" title="Merda d’artista">Merda d’artista</a></i> („Künstlerscheiße“) von <a href="Piero_Manzoni" title="Piero Manzoni">Piero Manzoni</a>. Im Mai 1961 füllte er 90 Blechdosen angeblich mit seinem eigenen Kot, nummerierte und signierte sie und bot sie für den Gegenwert von 30 Gramm Gold an. Die Dosen haben heute einen hohen Sammlerwert, wobei unklar ist, woraus der Inhalt tatsächlich besteht. Der Ekel basiert allein auf der Vorstellung. <a href="Wim_Delvoye" title="Wim Delvoye">Wim Delvoye</a> konstruierte ein mechanisches Objekt namens <i>Cloaca</i>, das täuschend echt mit Hilfe von Bio-Reaktoren den Verdauungsvorgang simuliert und nach Fütterung mit Lebensmitteln künstlichen Kot ausscheidet, der chemisch echten Fäkalien entspricht und auch so riecht. Auch diese Ausscheidungen werden mittlerweile von Sammlern gekauft.<sup id="cite_ref-89" class="reference"><a href="#cite_note-89"><span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch tote Tiere werden in der modernen Kunst eingesetzt, um zu provozieren und Ekelgefühle auszulösen. <a href="Damien_Hirst" title="Damien Hirst">Damien Hirst</a> legt Tierkadaver in <a href="Formaldehyd" title="Formaldehyd">Formaldehyd</a> ein und stellt sie aus. Das bekannteste Objekt ist ein eingelegter <a href="Tigerhai" title="Tigerhai">Tigerhai</a> aus den 1990er Jahren, der mittlerweile anfängt zu verwesen, da er sich nicht dauerhaft konservieren lässt.<sup id="cite_ref-90" class="reference"><a href="#cite_note-90"><span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der österreichische Aktionskünstler <a href="Wolfgang_Flatz" title="Wolfgang Flatz">Wolfgang Flatz</a> sorgte 2001 mit einer Aktion namens „Fleisch“ für einiges Aufsehen in den Medien, als er in Berlin ein totes Rind von einem Hubschrauber abwerfen ließ. Nach dem Aufprall explodierten mehrere Feuerwerkskörper. Flatz hing während der Aktion in Christuspose an einem Baukran. Nach seiner Aussage wollte er auf das gestörte Verhältnis der Gesellschaft zum Thema Fleisch hinweisen. Der Einfluss des Wiener Aktionismus ist deutlich erkennbar.<sup id="cite_ref-91" class="reference"><a href="#cite_note-91"><span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Verfall, Fäulnis und Verwesung sind ebenfalls Themen der modernen Kunst. <a href="Dieter_Roth" title="Dieter Roth">Dieter Roth</a> ließ Objekte aus Lebensmitteln gezielt verschimmeln, ebenso die Britin <a href="Sam_Taylor-Wood" class="mw-redirect" title="Sam Taylor-Wood">Sam Taylor-Wood</a> in einem Video im <a href="Zeitraffer" title="Zeitraffer">Zeitraffer</a>. Fotokünstler, die bewusst Ekeleffekte einsetzen, sind zum Beispiel <a href="Joel-Peter_Witkin" title="Joel-Peter Witkin">Joel-Peter Witkin</a> und <a href="Cindy_Sherman" title="Cindy Sherman">Cindy Sherman</a>.
</p><p><a href="Theodor_W._Adorno" title="Theodor W. Adorno">Theodor W. Adorno</a> hat in seiner Abhandlung zur Theorie der <a href="%C3%84sthetik" title="Ästhetik">Ästhetik</a> eine allgemeine Vorliebe der modernen Kunst für Ekelhaftes und physisch Widerliches festgestellt. Er sieht darin ein Anzeichen für die Tendenz, die Gesellschaft zu „verklagen“ und „die Welt zu denunzieren“, durch das demonstrative Darstellen von Verleugnetem und Verdrängtem.<sup id="cite_ref-ekelkunst_75-3" class="reference"><a href="#cite_note-ekelkunst-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Künstlerin Theresa Schubert aus Berlin verspeiste am 6. Februar 2020 auf einer öffentlichen Bühne in der slowenischen Stadt <a href="Ljubljana" title="Ljubljana">Ljubljana</a> zuvor aus ihrem Oberschenkel herausgetrenntes und gebratenes Fleischgewebe. Die kannibalistische Kunstaktion fand unter dem Titel <i>mEat me</i> statt. In einer Nährlösung aus Eigenblut züchtete die Künstlerin, die Vegetarierin ist, dafür in <a href="Petrischale" title="Petrischale">Petrischalen</a> dieses Gewebe heran. In der TV-Sendung <a href="Kulturzeit" title="Kulturzeit">Kulturzeit</a> des Fernsehsenders <a href="3sat" title="3sat">3sat</a> erklärte Theresa Schubert im Mai 2020: „Ich musste mich ein bisschen überwinden, dieses Stück in den Mund zu nehmen und zu kauen und zu schlucken. Weil es einfach auch so ein ungewohnter Geschmack war [...] Wir könnten die Tiere einfach in Ruhe lassen [...] Wenn schon jemand darauf besteht, Fleisch zu essen, dann esst doch bitte euch selbst.“<sup id="cite_ref-92" class="reference"><a href="#cite_note-92"><span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Modernes_Theater">Modernes Theater</h3></div>
<p>Hermann Nitsch hat seine Aktionskunst mittlerweile überwiegend ins Theater verlagert. Er führt in seinem eigenen Schloss in Österreich regelmäßig die so genannten <i>Orgien-Mysterien-Spiele</i> auf, bei denen u. a. geschlachtete Tiere ausgeweidet werden, untermalt von Orchesterklängen. Nitsch integriert religiös anmutende Opferrituale und Elemente der christlichen <a href="Liturgie" title="Liturgie">Liturgie</a>.<sup id="cite_ref-93" class="reference"><a href="#cite_note-93"><span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 2005 durfte er dieses Schauspiel erstmals im renommierten Wiener <a href="Burgtheater" title="Burgtheater">Burgtheater</a> aufführen.
</p><p>Das moderne deutsche Regietheater setzt mittlerweile ebenfalls häufig Blut und andere Körperflüssigkeiten ein, was bei Theaterkritikern zur Bildung des Schlagworts <i>Ekeltheater</i> und in der jüngsten Vergangenheit zu einer kontroversen Diskussion über das deutsche Theater geführt hat, an der sich alle überregionalen Printmedien beteiligt haben. „Momentan wird darüber diskutiert, ob auf Deutschlands Bühnen Schauspieler zu oft kotzen, pissen und onanieren müssen oder noch weitaus schrecklichere Dinge treiben.“<sup id="cite_ref-abendblatt_94-0" class="reference"><a href="#cite_note-abendblatt-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ekeltheater sei das. Der Regisseur <a href="Christoph_Schlingensief" title="Christoph Schlingensief">Christoph Schlingensief</a> gilt als einer der „Vorreiter“ dieser Richtung. 2006 beschmierten sich die Schauspieler der <a href="Macbeth_(Shakespeare)" title="Macbeth (Shakespeare)">Macbeth</a>-Inszenierung von <a href="J%C3%BCrgen_Gosch" title="Jürgen Gosch">Jürgen Gosch</a> in Düsseldorf mit Exkrementen und Kunstblut, auf den großen Bühnen in Berlin und Hamburg gab es ebenfalls Aufführungen, in denen Blut und Urin eine wichtige Rolle spielten.<sup id="cite_ref-95" class="reference"><a href="#cite_note-95"><span class="cite-bracket">[</span>95<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auffallend ist, dass es Inszenierungen in diesem Stil bislang nur im deutschen Sprachraum gibt.<sup id="cite_ref-abendblatt_94-1" class="reference"><a href="#cite_note-abendblatt-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Regisseur <a href="Nicolas_Stemann" title="Nicolas Stemann">Nicolas Stemann</a> erklärt das mit dem Selbstverständnis des deutschen Theaters, das sich als politisch verstehe: „Bei uns geht es seit Brecht darum, die Gesellschaft für politische Diskurse zu gewinnen und dafür das Theater zu benutzen. Oder schon seit Schiller.“<sup id="cite_ref-abendblatt_94-2" class="reference"><a href="#cite_note-abendblatt-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Stephan_Kimmig" title="Stephan Kimmig">Stephan Kimmig</a> verweist darauf, dass in jedem <a href="Tatort_(Fernsehreihe)" title="Tatort (Fernsehreihe)">Tatort</a> mehr Blut und Gewalt zu sehen seien als auf den Theaterbühnen.<sup id="cite_ref-abendblatt_94-3" class="reference"><a href="#cite_note-abendblatt-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kino">Kino</h3></div>
<p>Im Jahr 1965 kam <a href="Roman_Pola%C5%84ski" title="Roman Polański">Roman Polańskis</a> Film <i>Repulsion</i> (Zurückweisung/Abwehr) in Deutschland unter dem Titel <i><a href="Ekel_(1965)" title="Ekel (1965)">Ekel</a></i> in die Kinos, aber der englische Titel charakterisiert den Inhalt besser. Die Hauptfigur Carol kann Nähe und Berührungen durch Männer nicht ertragen, ihre Abwehr hat <a href="Phobische_St%C3%B6rung" class="mw-redirect" title="Phobische Störung">phobische</a> und <a href="Neurose" title="Neurose">neurotische</a> Züge und steigert sich bis zum <a href="Hass" title="Hass">Hass</a>; ihre Ekelgefühle sind Teil ihrer psychischen Störung. Ekel beim Zuschauer erregen ein abgehackter Kaninchenkopf, den Carol in ihre Handtasche steckt, und ein dann in der Wohnung langsam verwesender Kaninchenbraten.<sup id="cite_ref-96" class="reference"><a href="#cite_note-96"><span class="cite-bracket">[</span>96<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Horrorfilm" title="Horrorfilm">Horrorfilme</a> setzen häufig auf Ekeleffekte, außerhalb dieses Genres kommen sie seltener vor. In den 1960er Jahren entstand als besondere Kategorie der so genannte <a href="Splatterfilm" title="Splatterfilm">Splatter</a>, der durch besonders exzessive Gewaltdarstellung charakterisiert und in vielen Ländern verboten ist. Auch in Kinofilmen tritt Ekel meistens dann auf, wenn <a href="Tabu" title="Tabu">Tabus</a> verletzt werden, wobei dies nicht immer explizit gezeigt werden muss. <a href="Kannibalismus" title="Kannibalismus">Kannibalismus</a> ist sehr stark tabuisiert, und Filme mit Szenen, in denen Menschenfleisch gegessen wird, galten lange Zeit per se als skandalös. Beispiele sind <i><a href="Der_Schweinestall" title="Der Schweinestall">Der Schweinestall</a></i> von <a href="Pier_Paolo_Pasolini" title="Pier Paolo Pasolini">Pier Paolo Pasolini</a> (1968) und <i><a href="Weekend_(1967)" title="Weekend (1967)">Weekend</a></i> von <a href="Jean-Luc_Godard" title="Jean-Luc Godard">Jean-Luc Godard</a> (1967). In <i><a href="Der_Koch%2C_der_Dieb%2C_seine_Frau_und_ihr_Liebhaber" title="Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber">Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber</a></i> von <a href="Peter_Greenaway" title="Peter Greenaway">Peter Greenaway</a> (1989) ist Kannibalismus nur einer von zahlreichen Tabubrüchen; hier wird ein Mann schließlich als Braten mit Gemüse und Kräutern zubereitet.<sup id="cite_ref-brinckmann_97-0" class="reference"><a href="#cite_note-brinckmann-97"><span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der deutsche Film <a href="Im_Lauf_der_Zeit" title="Im Lauf der Zeit">Im Lauf der Zeit</a> von Regisseur <a href="Wim_Wenders" title="Wim Wenders">Wim Wenders</a> von 1976 zeigt explizit, wie die Hauptfigur Bruno Winter, verkörpert von Schauspieler <a href="R%C3%BCdiger_Vogler" title="Rüdiger Vogler">Rüdiger Vogler</a>, im hellen Sand am Ufer eines Baggersees seinen Darm entleert.
</p><p>In der schwarzen Komödie <i><a href="Der_Rosenkrieg" title="Der Rosenkrieg">Der Rosenkrieg</a></i> rächt sich eine Ehefrau an ihrem Mann, der ihre Katze überfahren hat, indem sie ihn eine Pastete essen lässt, über die sie ihm nach der Mahlzeit zu verstehen gibt, dass sie darin seinen Hund verarbeitet habe. Zu sehen ist die Zubereitung nicht. Mehrfach mit „Ekelthemen“ befasst hat sich der Regisseur <a href="Fruit_Chan" title="Fruit Chan">Fruit Chan</a> aus <a href="Hongkong" title="Hongkong">Hongkong</a>, der 2002 einen Film mit dem Titel <i>Public Toilet</i> drehte und 2004 <i>Dumplings</i>. Dumplings sind chinesische Teigtaschen. In Chans Film verspricht eine Chinesin, mit Hilfe ihrer ganz besonderen Dumplings Frauen zu ewiger Schönheit und Jugend zu verhelfen. Im Laufe des Films wird klar, dass die Füllung im Wesentlichen aus abgetriebenen Embryonen besteht.<sup id="cite_ref-98" class="reference"><a href="#cite_note-98"><span class="cite-bracket">[</span>98<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In China durfte der Film nicht gezeigt werden. Chan deutete in einem Interview an, dass das Thema des Films einen realen Hintergrund hat.<sup id="cite_ref-99" class="reference"><a href="#cite_note-99"><span class="cite-bracket">[</span>99<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Regisseur <a href="Luis_Bu%C3%B1uel" title="Luis Buñuel">Luis Buñuel</a> hat in vielen seiner Filme mit dem Abstoßenden und Ekligen gegen die Tabus in der Gesellschaft verstoßen. Eine ironische Spitze bietet er in seinem Spätwerk <i><a href="Das_Gespenst_der_Freiheit" title="Das Gespenst der Freiheit">Das Gespenst der Freiheit</a></i>: Hier wird eine Abendgesellschaft gezeigt, die, gemeinsam um einen Tisch sitzend, sich in Toiletten entleert. Zwischendurch entschuldigen sich Einzelne, um in einem Kabinett verstohlen einen Bissen zu sich zu nehmen.
</p><p>Kontrovers diskutiert wurde außerdem seit Erscheinen die mehrteilige <a href="Mondo" title="Mondo">Mondo</a>-Film-Reihe <i><a href="Gesichter_des_Todes" title="Gesichter des Todes">Gesichter des Todes</a></i> wegen der darin zu sehenden Gewaltdarstellungen mit oftmals authentischem Hintergrund.
</p><p>In Verbindung mit der Wertung „ekelerregend“ bringen auch nicht wenige Filmkritiker den 2009 erschienenen niederländischen Horrorfilm <a href="Human_Centipede_%E2%80%93_Der_menschliche_Tausendf%C3%BC%C3%9Fler" title="Human Centipede – Der menschliche Tausendfüßler">Human Centipede – Der menschliche Tausendfüßler</a>. In der Literaturverfilmung <i><a href="Der_Goldene_Handschuh_(Film)" title="Der Goldene Handschuh (Film)">Der Goldene Handschuh</a></i> von Regisseur <a href="Fatih_Akin" title="Fatih Akin">Fatih Akin</a> von 2019 über das Leben des Hamburger Serienmörders <a href="Fritz_Honka" title="Fritz Honka">Fritz Honka</a> hat die Hauptfigur Sex mit gealterten Frauen, von denen der Killer einige ermordet und anschließend die verwesenden Leichen in einem Verschlag seiner Dachgeschosswohnung jahrelang versteckt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fernsehen">Fernsehen</h3></div>
<p>Ekel wird auch in Fernsehsendungen mitunter bewusst eingesetzt. In der 1973 ausgestrahlten 12. Folge der Serie <a href="Ein_Herz_und_eine_Seele" title="Ein Herz und eine Seele">Ein Herz und eine Seele</a> sorgte die Hauptfigur „Ekel Alfred“ mit einem Fußbad in der Kartoffelschüssel für Aufsehen. Später spielten beim Zuschauer hervorgerufene Ekelgefühle vor allem in sogenannten <a href="Reality-Show" class="mw-redirect" title="Reality-Show">Reality-Shows</a> eine Rolle. Bereits 1996 sorgte die Show <a href="Gl%C3%BCcksritter_(Show)" title="Glücksritter (Show)">Glücksritter</a> für Schlagzeilen. In Deutschland sorgte im Jahr 2004 die <a href="RTL_Television" title="RTL Television">RTL</a>-Sendung <i><a href="Ich_bin_ein_Star_%E2%80%93_Holt_mich_hier_raus!" title="Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!">Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!</a></i> für heftige öffentliche Diskussionen. Die Medien sprachen von „Ekelfernsehen“; die <a href="Wortsch%C3%B6pfung" class="mw-redirect" title="Wortschöpfung">Wortschöpfung</a> kam damals bei der Wahl zum <a href="Wort_des_Jahres" title="Wort des Jahres">Wort des Jahres</a> auf Platz 5. In dieser Reality-Show lebten mehr oder weniger prominente Teilnehmer für einige Zeit in einem Camp im australischen Dschungel, wo sie täglich rund um die Uhr gefilmt wurden. Für hohe Einschaltquoten und heftige Kritik sorgten die regelmäßigen „Mutproben“. So musste beispielsweise <a href="Daniel_K%C3%BCblb%C3%B6ck" title="Daniel Küblböck">Daniel Küblböck</a> minutenlang ein „Bad“ in einigen tausend <a href="Kakerlake" class="mw-redirect" title="Kakerlake">Kakerlaken</a> nehmen. Die Sendung erreichte mehrere Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von über 30 Prozent.<sup id="cite_ref-100" class="reference"><a href="#cite_note-100"><span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Michael_Konken" title="Michael Konken">Michael Konken</a>, Vorsitzender des <a href="Deutscher_Journalisten-Verband" title="Deutscher Journalisten-Verband">Deutschen Journalisten-Verbandes</a>, sprach von einem „Tiefpunkt der Fernsehunterhaltung“ und „voyeuristischer Perversion“, bei der die Ekelgrenze überschritten werde.<sup id="cite_ref-101" class="reference"><a href="#cite_note-101"><span class="cite-bracket">[</span>101<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Trotz der Kritik am Dschungelcamp sendete RTL einige Zeit später ein Format, bei dem Ekel ebenfalls eine wichtige Rolle spielt: die Show <i><a href="Fear_Factor" title="Fear Factor">Fear Factor</a></i>, die seit 2001 beim US-Sender <a href="National_Broadcasting_Company" title="National Broadcasting Company">NBC</a> sehr erfolgreich ausgestrahlt wird. Die amerikanischen Kandidaten mussten unter anderem Würmer und Kuhaugen essen, wurden in einen Container mit Schlangen gesteckt oder mit 400 Ratten bedeckt.<sup id="cite_ref-102" class="reference"><a href="#cite_note-102"><span class="cite-bracket">[</span>102<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-103" class="reference"><a href="#cite_note-103"><span class="cite-bracket">[</span>103<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch in anderen Ländern werden ähnliche Sendungen ausgestrahlt, meist mit hohen Einschaltquoten.
</p><p>Eine Weiterführung des „Ekelfernsehens“ ist die als Dokumentation bezeichnete Serie <i><a href="Autopsie_%E2%80%93_Mysteri%C3%B6se_Todesf%C3%A4lle" title="Autopsie – Mysteriöse Todesfälle">Autopsie – Mysteriöse Todesfälle</a></i> bei <a href="RTL_II" class="mw-redirect" title="RTL II">RTL II</a>. „Getarnt als Dokumentationsreihe über die Arbeit von Kriminologen und Gerichtsmedizinern, werden darin Leichen aller Art präsentiert, in jedem nur denkbaren Stadium der Verwesung und Auflösung. […] Und alle echt.“<sup id="cite_ref-pfohlmann_104-0" class="reference"><a href="#cite_note-pfohlmann-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch <a href="Obduktion" title="Obduktion">Obduktionen</a> sind zu sehen. Bei der Hauptzielgruppe der 14- bis 29-Jährigen erreicht die Sendung eine <a href="Einschaltquote" title="Einschaltquote">Einschaltquote</a> von 13 Prozent. „Eine derart aggressive und öffentlich-serielle Präsentation von Tod, Sterblichkeit und Verwesung dürfte es im Fernsehen noch nicht gegeben haben.“<sup id="cite_ref-pfohlmann_104-1" class="reference"><a href="#cite_note-pfohlmann-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Interesse der Zuschauer besteht nach Ansicht des Publizisten Oliver Pfohlmann sowohl aus Lust an der Spannung als auch aus „<a href="Voyeurismus" title="Voyeurismus">Voyeurismus</a> mit sadistischen Anteilen“.<sup id="cite_ref-pfohlmann_104-2" class="reference"><a href="#cite_note-pfohlmann-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Sendung sei so etwas wie eine „virtuelle Mutprobe“.<sup id="cite_ref-pfohlmann_104-3" class="reference"><a href="#cite_note-pfohlmann-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Medienforscher erklären den allgemeinen Erfolg von Reality-Shows ähnlich. Studien zufolge werden diese Formate vor allem von „Personen mit voyeuristischen Neigungen“ bevorzugt, wobei das Bildungsniveau keine Rolle spiele.<sup id="cite_ref-gleich_105-0" class="reference"><a href="#cite_note-gleich-105"><span class="cite-bracket">[</span>105<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Bei nicht ängstlichen Zuschauern mündet der Voyeurismus in ein intensives Unterhaltungserleben. Ängstliche Rezipienten dagegen versuchen, durch das Anschauen der entsprechenden Inhalte, ihre eigenen Ängste zu bewältigen.“<sup id="cite_ref-gleich_105-1" class="reference"><a href="#cite_note-gleich-105"><span class="cite-bracket">[</span>105<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Musik">Musik</h3></div>
<p>Drastische Live-Performances auf der Konzertbühne inszenierte der Punk-Rock-Musiker <a href="GG_Allin" title="GG Allin">GG Allin</a>, der während seiner Auftritte masturbierte, sich selbst verstümmelte oder seine eigenen Exkremente verschluckte. Im Jahre 1993 verstarb GG Allin an einer Überdosis <a href="Heroin" title="Heroin">Heroin</a>. Nicht minder anstößig sind häufig Cover-Artwork und Songtexte von <a href="Death_Metal" title="Death Metal">Death-Metal</a>-Bands wie den <a href="Cannibal_Corpse" title="Cannibal Corpse">Cannibal Corpse</a>, wegen der extrem blutigen zeichnerischen Abbildungen sind die Musikalben dieser amerikanischen Gruppe in manchen Ländern mit einem gerichtlichen Verbot belegt. Auf dem Urcover des in Deutschland beschlagnahmten Cannibal-Corpse-Albums <i><a href="Butchered_at_Birth" title="Butchered at Birth">Butchered at Birth</a></i>, das 1991 erschienen war, bildet eine Zeichnung zwei Zombies ab, die mit Schlachtermessern eine skelettierte Frau ausweiden, während von der Decke verstümmelte Säuglinge hängen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Norbert_Elias" title="Norbert Elias">Norbert Elias</a>: <i>Über den Prozeß der Zivilisation</i>. Band 1: <i>Wandlungen des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes.</i> 3. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-518-07758-9.</li>
<li><a href="Hans_Magnus_Enzensberger" title="Hans Magnus Enzensberger">Hans Magnus Enzensberger</a> (Hrsg.): <i>Ekel und Allergie.</i> (= <i>Kursbuch</i>. Nr. 129). Rowohlt, Berlin 1997, ISBN 3-87134-129-0.</li>
<li>Rachel Herz: <i>That’s disgusting: Unraveling the mysteries of repulsion.</i> W W Norton & Co., New York 2012, ISBN 978-0-393-34416-5.</li>
<li>Hermes A. Kick (Hrsg.): <i>Ekel. Darstellung und Deutung in den Wissenschaften und Künsten</i>. (= <i>Schriften zur Psychopathologie, Kunst und Literatur.</i> Nr. 7). Pressler, Hürtgenwald 2003, ISBN 3-87646-101-4.<sup id="cite_ref-106" class="reference"><a href="#cite_note-106"><span class="cite-bracket">[</span>106<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Annette Kluitmann: <i>„Es lockt bis zum Erbrechen.“ Zur psychischen Bedeutung des Ekels.</i> In: <i>Forum der Psychoanalyse.</i> Band 15, Heft 3, 1999, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220178-7667%22&key=cql">0178-7667</a></span></span>, S. 267–281.</li>
<li><a href="Aurel_Kolnai" title="Aurel Kolnai">Aurel Kolnai</a>: <i>On Disgust.</i> Open Court, La Salle (Illinois) 2004, ISBN 0-8126-9566-6.<sup id="cite_ref-107" class="reference"><a href="#cite_note-107"><span class="cite-bracket">[</span>107<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
<ul><li>in Deutsch: <i>Beiträge zur Phänomenologie des ästhetischen Genusses.</i> Beigefügt: <i>Der Ekel.</i> Aus: <i>Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung.</i> 1 bzw. (Beifügung) 10, 1929. Hg. Moritz Geiger. 2. Auflage. Max Niemeyer, Tübingen 1974, ISBN 3-484-70116-1.</li></ul></li>
<li>Till R. Kuhnle: <i>Der Ernst des Ekels.</i> In: <i>Archiv für Begriffsgeschichte.</i> Band 39, 1996, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220003-8946%22&key=cql">0003-8946</a></span></span>, S. 268–325.</li>
<li>Till R. Kuhnle: <i>Der Ekel auf hoher See. Begriffsgeschichtliche Untersuchungen im Ausgang von Nietzsche.</i> In: <i>Archiv für Begriffsgeschichte.</i> Band 42, 1999, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220003-8946%22&key=cql">0003-8946</a></span></span>, S. 161–261.</li>
<li><a href="Winfried_Menninghaus" title="Winfried Menninghaus">Winfried Menninghaus</a>: <i>Ekel. Theorie und Geschichte einer starken Empfindung</i>. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-29234-X.</li>
<li>William Ian Miller: <i>The Anatomy of Disgust</i>. <a href="Harvard_University_Press" title="Harvard University Press">Harvard University Press</a>, Cambridge 1997, ISBN 0-674-03155-5.</li>
<li>Lothar M. Penning: <i>Kulturgeschichtliche und sozialwissenschaftliche Aspekte des Ekels.</i> Universität Mainz, 1984. (Dissertation)</li>
<li>Christine Pernlochner-Kügler: <i>Körperscham und Ekel: wesentlich menschliche Gefühle.</i> (= <i>Philosophie</i>. Band 51). Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-7492-3.</li>
<li>Robert Rawdon Wilson: <i>The Hydra's Tale. Imagining Disgust</i>. University of Alberta Press, Edmonton 2002, ISBN 0-88864-368-3.</li>
<li>Friedrich Pohlmann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/essay/swr2-essay-ekel/-/id=659852/did=19240774/nid=659852/aiijas/index.html">Ekel. Phänomenologie eines starken Gefühls.</a> SWR2, <a href="Radio-Essay" title="Radio-Essay">Radio-Essay</a>, Mai 2017. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.swr.de/-/id=19240776/property=download/nid=659852/1fd5mbh/swr2-essay-20170508.pdf">Manuskript</a>)</li>
<li>Martina F. Biebert, Michael T. Schetsche: <i>Theorie kultureller Abjekte.</i> In: <i>BEHEMOTH – A Journal on Civilisation.</i> 9 (2), 2016, S. 97–123. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ojs.ub.uni-freiburg.de/behemoth/article/view/918">ojs.ub.uni-freiburg.de</a></li>
<li>Tobias Weilandt: <i>Und was kommt nach dem Rausch? Formen des psychischen Konsumekels.</i> In: <i>Jahrbuch Konsum und Verbraucherwissenschaften 2022. Hg.</i> C. Bala und W. Schuldzinski, Düsseldorf 2023. S. 165–186.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Disgust?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Ekel</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Ekel" class="extiw external" title="wikt:Ekel">Wiktionary: Ekel</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Ekel" class="extiw external" title="q:Ekel">Wikiquote: Ekel</a></b> – Zitate </div>
<ul><li>Rolf Degen: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20060809070454/http://www.sge-ssn.ch/d/printmedien/zeitschrift_tabula/jahrgang_2005/2_2005/report_tabula_2-2005.pdf"><i>Nicht nur Verdorbenes macht Angst.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 9. August 2006 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) In: <i>Tabula.</i> 02/2005 (pdf)</li>
<li><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.psychologytoday.com/us/articles/199801/mystery-disgust">Mystery of Disgust.</a></i> In: <i>Psychology Today.</i></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stern.de/wissen/mensch/phaenomen-ekel-baeh-igitt-595437.html"><i>Phänomen Ekel.</i></a> In: <i><a href="Stern_(Zeitschrift)" title="Stern (Zeitschrift)">Stern</a>.</i> 19. August 2007</li>
<li>Till Ehrlich: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/04/22/a0283"><i>Der Wille zum Hirn – Innereien, Genuss zwischen Ekel und Leidenschaft.</i></a> In: <a href="Die_tageszeitung" class="mw-redirect" title="Die tageszeitung"><i>taz.</i></a> 22. April 2006.</li>
<li>Sabine Löhr: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/essgewohnheiten-guten-appetit-1354111.html"><i>Guten Appetit!</i></a> In: <i><a href="Frankfurter_Allgemeine_Zeitung" title="Frankfurter Allgemeine Zeitung">FAZ</a>.</i> 11. September 2006.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stern.de/kultur/tv/ekel-in-der-kultur-die-faszination-des-abartigen-652419.html"><i>Ekel in der Kultur – Die Faszination des Abartigen.</i></a> In: <i><a href="Stern_(Zeitschrift)" title="Stern (Zeitschrift)">Stern</a>.</i> 23. Januar 2009.</li>
<li>Claudia Reiß: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-22051/ekel.pdf"><i>Ekel. Ikonographie des Ausgeschlossenen.</i></a> (PDF; 9,2 MB). Diss. phil., FB Kunst und Design der <a href="Universit%C3%A4t_Duisburg-Essen" title="Universität Duisburg-Essen">Universität Duisburg-Essen</a> 2007.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/01/Paul-Bloom/komplettansicht">Interview (zeit.de)</a> mit dem Psychologen Paul Bloom: <i>Abscheu ist auch eine Form von Vergnügen</i></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://emotionen-info.de/2017/10/06/ekel/">Ekel - unser mentales Immunsystem</a> – Beitrag auf <a rel="nofollow" class="external text" href="https://emotionen-info.de/">emotionen-info.de</a></li>
<li>Tobias Weilandt: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hup.sub.uni-hamburg.de/oa-pub/catalog/view/187/chapter-12/1027">Das Gegenteil von Appetit. Ekel als ästhetische Erfahrung</a>, in: Metabolismen. Nahrungsmittel als Kunstmaterial, hg. von: I. Augart und I. Jessen. Hamburg 2019.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">In der Moralphilosophie hingegen galt Ekel im Sinne von Abscheu als eine <a href="Konkupiszenz" title="Konkupiszenz">konkupiszible Leidenschaft</a>, die – im Gegensatz zur Begierde als Verlangen, welches das abwesende Gut erstrebt – als Scheu das abwesende Übel flieht und mit lateinische <i>fuga</i> bzw. <i>horror</i> bezeichnet wird.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Valerie Curtis, Mícheá l de Barra, Robert Aunger: <cite style="font-style:italic">Disgust as an adaptive system for disease avoidance behaviour</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Philosophical_Transactions_of_the_Royal_Society" title="Philosophical Transactions of the Royal Society">Philosophical Transactions of the Royal Society</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>366</span>, 3. Januar 2011, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>389–401</span>, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1098/rstb.2010.0117">10.1098/rstb.2010.0117</a></span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://rstb.royalsocietypublishing.org/content/366/1563/389.short">Online</a> [PDF; <span style="white-space:nowrap">343<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>kB</span>]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Ekel&rft.atitle=Disgust+as+an+adaptive+system+for+disease+avoidance+behaviour&rft.au=Valerie+Curtis%2C+M%C3%ADche%C3%A1+l+de+Barra%2C+Robert+Aunger&rft.btitle=Philosophical+Transactions+of+the+Royal+Society&rft.date=2011-01-03&rft.doi=10.1098%2Frstb.2010.0117&rft.genre=book&rft.pages=389-401&rft.volume=366" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Lothar Penning: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.com.uy/books/about/Kulturgeschichtliche_und_sozialwissensch.html?id=uYPsMAAACAAJ"><i>Kulturgeschichtliche und sozialwissenschaftliche Aspekte des Ekels.</i></a> 1984 (vgl. Dissertation, S. 2).</span>
</li>
<li id="cite_note-reuschenbach-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-reuschenbach_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-reuschenbach_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Bernd Reuschenbach: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20081221072346/http://www.emotionspsychologie.uni-hd.de/emotio2002/pdf_files/kapitel12.pdf"><i>XII Ekel.</i> Skript</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 21. Dezember 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (PDF; 249 kB)</span>
</li>
<li id="cite_note-Verdorbenes-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Verdorbenes_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Verdorbenes_5-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Verdorbenes_5-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Rolf Degen: <i>Nicht nur Verdorbenes macht Angst.</i> In: <i>Tabula.</i> 02/2005. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20060809070454/http://www.sge-ssn.ch/d/printmedien/zeitschrift_tabula/jahrgang_2005/2_2005/report_tabula_2-2005.pdf">sge-ssn.ch</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 9. August 2006 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>))</span>
</li>
<li id="cite_note-simpson-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-simpson_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-simpson_6-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-simpson_6-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Tom Simpson: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://philosophy.dept.shef.ac.uk/AHRB-Project/Papers/SimpsonSheffieldPaper.pdf"><i>The Development of Food Preferences and Disgust.</i></a> For Innateness Workshop on 3 April 2004.</span>
</li>
<li id="cite_note-degen-7"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-degen_7-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-degen_7-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-degen_7-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Rolf Degen: <i>Wenn das Essen hochkommt.</i> In: <i>Tabula.</i> 02/2005.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Bruce Bower: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.today/20120708132542/http://findarticles.com/p/articles/mi_m1200/is_n13_v151/ai_19308368/"><i>Forbidden flavors: scientists consider how disgusting tastes can linger surreptitiously in memory.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 8. Juli 2012 im Webarchiv <i><a href="Archive.today" title="Archive.today">archive.today</a></i>) In: <i>Science News.</i> 29. März 1997.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Charles Darwin: <i>The Expression of the Emotions in Man and Animals.</i> Chapter 11. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://human-nature.com/darwin/emotion/chap11.htm">human-nature.com</a></span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Annette Kluitmann: <i>Es lockt bis zum Erbrechen. Zur psychischen Bedeutung des Ekels.</i> In: <i>Forum der Psychoanalyse.</i> 1999, 15/3, S. 267–281.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Winfried Menninghaus: <i>Ekel. Theorie und Geschichte einer starken Empfindung.</i> 1999, S. 283 ff.</span>
</li>
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<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Rozin u. a.: <i>Disgust.</i> S. 649.</span>
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<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Rozin u. a.: <i>Disgust.</i> S. 650.</span>
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<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">P. Ekman: <i>Universals and Cultural Differences in Facial Expression of Emotion.</i> In: J. Cole (Hrsg.): <i>Nebraska Symposium on Motivation. Lincoln.</i> University of Nebraska Press, Nebraska 1972, S. 207–283 [Wut, Angst, Ekel, Verachtung, Freude, Trauer, Überraschung]; P. Ekman: <i>An argument for basic emotions.</i> In: <i>Cognition and Emotion.</i> 6, 1992, S. 169–200; komplexer klassifiziert P. Ekman: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.webcitation.org/5Qca4fkQR?url=http://www.paulekman.com/pdfs/basic_emotions.pdf"><i>Basic Emotions.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 26. Juli 2007 auf <i><a href="WebCite" title="WebCite">WebCite</a></i>) In: T. Dalgleish, T. Power (Hrsg.): <i>The Handbook of Cognition and Emotion.</i> John Wiley & Sons, Sussex, U.K. 1999, S. 45–60.</span>
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<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">zum Beispiel Panksepp 1998.</span>
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<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. u. a. Nussbaum: <i>"Secret Sewers of Vice": Disgust, Bodies and the Law.</i> In: Susan Bandes u. a. (Hrsg.): <i>The Passions of Law.</i> NYU Press 1999, S. 19–62; s. dazu zum Beispiel <a rel="nofollow" class="external text" href="https://magazine.uchicago.edu/0502/investigations/sign.shtml">magazine.uchicago.edu</a></span>
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<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Im Unterschied zu Ärger (gerichtet auf Handlungen, die Personen oder Eigentum verletzen) und Missachtung (contempt), die sich auf Handlungen gegen die Sozialordnung richte; vgl. P. Rozin, L. Lowery, S. Imada, <a href="Jonathan_Haidt" title="Jonathan Haidt">J. Haidt</a>: <i>The CAD triad hypothesis: A mapping between three moral emotions (contempt, anger, disgust) and three moral codes (community, autonomy, divinity).</i> In: <i>Journal of Personality & Social Psychology.</i> 76, 1999, S. 574–586.</span>
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<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Nussbaum: <i>Hiding from Humanity: Disgust, Shame, and the Law Cover.</i> Kap. 2 (71ff) und 3 (124ff); Nussbaum: <i>Upheavals of Thought.</i> S. 190–206.</span>
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<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/3693/pdf/Vaitl_GU_39_06.pdf"><i>Blick ins Gehirn: Wie Emotionen entstehen.</i></a> (PDF)<span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 19. September 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEkel&rft.title=Blick+ins+Gehirn%3A+Wie+Emotionen+entstehen&rft.description=Blick+ins+Gehirn%3A+Wie+Emotionen+entstehen&rft.identifier=http%3A%2F%2Fgeb.uni-giessen.de%2Fgeb%2Fvolltexte%2F2006%2F3693%2Fpdf%2FVaitl_GU_39_06.pdf"> </span></span>
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<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">deutschlandfunk.de: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutschlandfunk.de/einfuehlen-durch-mitfuehlen-100.html"><i>Einfühlen durch Mitfühlen.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 19. September 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEkel&rft.title=Einf%C3%BChlen+durch+Mitf%C3%BChlen&rft.description=Einf%C3%BChlen+durch+Mitf%C3%BChlen&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.deutschlandfunk.de%2Feinfuehlen-durch-mitfuehlen-100.html&rft.creator=deutschlandfunk.de&rft.language=de"> </span></span>
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<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bbc.co.uk/science/humanbody/mind/articles/emotions/disgust.shtml"><i>BBC Science | Human Body & Mind | Total recoil: Is Disgust Genetic?</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 19. September 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEkel&rft.title=BBC+Science+%7C+Human+Body+%26+Mind+%7C+Total+recoil%3A+Is+Disgust+Genetic%3F&rft.description=BBC+Science+%7C+Human+Body+%26+Mind+%7C+Total+recoil%3A+Is+Disgust+Genetic%3F&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.bbc.co.uk%2Fscience%2Fhumanbody%2Fmind%2Farticles%2Femotions%2Fdisgust.shtml"> </span></span>
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<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://dr-mueck.de/HM_Emotionskompetenz/HM_Ekel.htm"><i>Ekel schützt vor Krankheit.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 19. September 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEkel&rft.title=Ekel+sch%C3%BCtzt+vor+Krankheit&rft.description=Ekel+sch%C3%BCtzt+vor+Krankheit&rft.identifier=https%3A%2F%2Fdr-mueck.de%2FHM_Emotionskompetenz%2FHM_Ekel.htm"> </span></span>
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<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20070930181112/http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=243860">Zur Studie von Arkansas</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 30. September 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww-gewi.uni-graz.at%2Fmoderne%2Fsheft1f.htm">Originals</a></span> vom 30. September 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www-gewi.uni-graz.at/moderne/sheft1f.htm">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www-gewi.uni-graz.at/moderne/sheft1f.htm">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www-gewi.uni-graz.at</span></span>
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<li id="cite_note-99"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-99">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">taz. die tageszeitung: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/02/18/a0249"><i>Archiv - taz.de.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 19. September 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEkel&rft.title=Archiv+-+taz.de&rft.description=Archiv+-+taz.de&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.taz.de%2F1%2Farchiv%2Farchiv%2F%3Fdig%3D2005%2F02%2F18%2Fa0249&rft.creator=taz.+die+tageszeitung"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-100"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-100">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/ekelfernsehen-fuer-eine-handvoll-bohnen-1.802424"><i>Für eine Handvoll Bohnen.</i></a> In: <i>Süddeutschen Zeitung.</i> 14. Januar 2004, abgerufen am 11. März 2011.</span>
</li>
<li id="cite_note-101"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-101">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.stern.de/kultur/film/kritik-schamlose-kommerzialisierung-des-werteverfalls-518954.html?eid=518906"><i>Schamlose Kommerzialisierung des Werteverfalls.</i></a> In: <i>Stern.</i></span>
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<li id="cite_note-102"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-102">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-angstmacher-rtl-setzt-noch-einen-drauf-1149466.html"><i>Kunst-Performance in Berlin: Kuh flog aus Hubschrauber.</i></a> In: <i>FAZ.</i></span>
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<li id="cite_note-103"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-103">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Tilmann_P._Gangloff" title="Tilmann P. Gangloff">Tilmann P. Gangloff</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.blm.de/files/pdf1/2004_01.pdf"><i>Gruselige Grenzerfahrungen.</i></a> (<a href="PDF" class="mw-redirect" title="PDF">PDF</a>-Datei; 316 kB)</span>
</li>
<li id="cite_note-pfohlmann-104"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-pfohlmann_104-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-pfohlmann_104-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-pfohlmann_104-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-pfohlmann_104-3">d</a></sup></span> <span class="reference-text">Oliver Pfohlmann: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.medienobservationen.uni-muenchen.de/artikel/tv/autopsie.html"><i>Schmackhafte Bohnen aus dem Leichenmagen. Über den erstaunlichen Erfolg der Fernsehserie "Autopsie".</i></a></span>
</li>
<li id="cite_note-gleich-105"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-gleich_105-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-gleich_105-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Uli Gleich: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20070927183433/http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/2001_10_04.pdf?foid=140"><i>Populäre Unterhaltungsformate im Fernsehen und ihre Bedeutung für die Zuschauer.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 27. September 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) (pdf).</span>
</li>
<li id="cite_note-106"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-106">↑</a></span> <span class="reference-text">Autoren: Werner Kübler, Gisela C. Fischer, Manfred Oehmichen, Johann Glatzel, Franz Kohl, Ulrich Diehl, Matthias Hurst, Knut Eming, Pia Daniela Volz, <a href="Thomas_Anz" title="Thomas Anz">Thomas Anz</a>, Birgit Harreß, Wolfram Schmitt und der Hg. zu: <i>Ekel in der Klinik, Ernährungsphysiologische und pflegerische Perspektiven; unter den Fragestellungen von <a href="Rechtsmedizin" title="Rechtsmedizin">Rechtsmedizin</a>, <a href="Psychopathologie" title="Psychopathologie">Psychopathologie</a> und <a href="Psychodynamik" title="Psychodynamik">Psychodynamik</a>; Ekel in der Literatur, Kunst, im Film, in Ästhetik und Philosophie</i></span>
</li>
<li id="cite_note-107"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-107">↑</a></span> <span class="reference-text">enthält auch: <i>The Standard Modes of Aversion: Fear, Disgust, and Hatred.</i> Diesen Text in Deutsch gesondert: <i>Zur Phänomenologie feindlicher Gefühle.</i> In: Aurel Kolnai: <i>Ekel, Hochmut, Haß. zur Phänomenologie feindlicher Gefühle.</i> Suhrkamp, 2007, ISBN 978-3-518-29445-1.</span>
</li>
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